Reportage
So erklärt Martin Schulz die sinkenden Umfragewerte
Die SPD verharrt in Wahlumfrage unterhalb von 30 Prozent. Doch ihr Kanzlerkandidat Martin Schulz gibt sich gelassen und will weiterhin Kanzler werden. Für die sinkenden Umfragewerte hat er eine einfache Erklärung.

Bereits Ende April war die SPD in Umfragen zur Bundestagswahl unter 30 Prozent und wieder deutlich hinter die Union zurückgefallen. Nun meldet auch die Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung einen Rückgang des sozialdemokratischen Wähleranteils auf 29 Prozent.
- CDU/CSU 36 Prozent (+2 zu vor zwei Wochen)
- SPD 29 Prozent (-2)
- AfD 9 Prozent (0)
- Die Linke 8 Prozent (0)
- Grüne 7 Prozent (-1)
- FDP 7 Prozent (+1)
- Sonstige 4 Prozent (0)
Martin Schulz bewertet die sinkenden Umfragewerte seiner Partei gelassen. „Wir liegen jetzt um die 30 Prozent. Als ich gestartet bin, lag die SPD bei 20 Prozent“, zitiert ihn die Welt. „Und wenn wir in Umfragen mal unter 30 Prozent liegen, macht das auch keinen nervös.“
Dass die SPD nach seiner Nominierung zum Kanzlerkandidaten einen Aufschwung verzeichnen konnte, bezeichnete Martin Schulz als „einmalig in der deutschen Parteiengeschichte“. Seine Partei sei hoch motiviert, aber alle wüssten: „Vor uns liegt viel Arbeit.“
„CDU/CSU steigen in den Umfragen, weil die AfD sich selbst zerlegt.“ Zudem warf der SPD-Chef der CDU unter Angela Merkel einen Rechtsruck vor. Dies zeige sich etwa im Vorstoß von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zur deutschen Leitkultur.
Ein Bündnis mit der Linkspartei will Martin Schulz nicht ausschließen. „Ich will Kanzler werden“, sagte er. „Wer mit mir nach der Wahl koalieren will, muss sich mein Programm angucken und das unterschreiben.“
Zudem forderte der SPD-Kanzlerkandidat staatliche Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie eine Qualifizierung von Fachkräften. Steuersenkungen nach dem Vorbild der USA lehnte Martin Schulz hingegen ab.


