Reportage
Umweltamt fordert höhere Steuern auf Milch und Fleisch
Die Chefin des Umweltbundesamtes Maria Krautzberger fordert den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf Milch und Fleisch. Denn deren Herstellung verursache Methan und Lachgas.

Bislang wird in Deutschland auf die meisten Grundnahrungsmittel lediglich der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent erhoben. Doch nun fordert das Umweltbundesamt (UBA) aus Gründen des Klimaschutzes eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Tierprodukte wie Milch und Fleisch.
„Tierische Nahrungsmittel sollten künftig mit den regulären 19 Prozent besteuert werden“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Umweltbundesamt-Präsidentin Maria Krautzberger. Ihre Behörde hat die Aufgabe, die Bundesregierung wissenschaftlich zu unterstützen, und gehört zum Geschäftsbereich des Umweltministeriums von Barbara Hendricks (SPD).
„Im Gegenzug könnte der Staat die zusätzlichen entstehenden Steuereinnahmen von rund 5,2 Milliarden Euro verwenden, um den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von derzeit sieben Prozent noch weiter zu senken“, sagt Umweltbundesamt-Präsidentin Maria Krautzberger.
Ihrer Ansicht nach sollten die zusätzlichen Steuern auf Milch und Fleisch dazu dienen, zum Beispiel pflanzliche Lebensmittel und öffentliche Verkehrsmittel billiger zu machen. Auf diese Weise schone man das Klima, und es komme den Steuerzahlern unmittelbar zugute.
Hintergrund der Forderung von Maria Krautzberger ist ein neuer Bericht ihrer Behörde mit dem Titel „Umweltschädliche Subventionen in Deutschland“. Darin heißt es, dass die Landwirtschaft wesentlich zum Klimawandel beitrage. In Deutschland sei sie beispielsweise der Hauptverursacher der Methan- und Lachgasemissionen.
So verursache etwa die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch zwischen 7 und 28 Kilogramm Treibhausgasemissionen. Obst oder Gemüse hingegen lägen bei weniger als einem Kilogramm. Trotzdem profitierten tierische Produkte wie Milch und Fleisch vom ermäßigten Mehrwertsteuersatz.
Die umweltschädlichen Subventionen in Deutschland summieren sich der Studie zufolge auf insgesamt 57 Milliarden Euro. Die angegebenen Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2012. Die umweltschädlichen Subventionen verteilen sich auf die Bereiche
- Verkehr (28,6 Milliarden Euro),
- Energie (20,3 Milliarden Euro) und
- Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei (5,8 Milliarden Euro).


