Reportage
Konservative in der Union gründen AfD-Alternative
Konservative Mitglieder von CDU und CSU haben eine rechte Splittergruppe mit dem Namen „Freiheitlich-konservativer Aufbruch in der Union“ (FKA) gegründet. Ihr Ziel ist es, AfD-Wähler für die Unionsparteien zurückzugewinnen.

Konservative Mitglieder von CDU und CSU haben einen eigenen Dachverband innerhalb der Union gegründet, den „Freiheitlich-konservativen Aufbruch in der Union“ (FKA). Sie wenden sich gegen die Migrationspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel und fordern zum Beispiel eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen.
Beim Thema Migration liegt die FKA inhaltlich nahe bei der AfD, wie der Vorsitzende der rechten Splittergruppe, Alexander Mitsch, selbst einräumt. „Positionen werden nicht automatisch dadurch falsch, dass die AfD sie einnimmt“, zitiert ihn SPON.
Auch bei anderen Themen liegt der „Freiheitlich-konservative Aufbruch in der Union“ ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl auf Linie mit der AfD. Wie die Alternative für Deutschland so lehnt auch der FKA Hilfsprogramme wie im Fall Griechenlands und einen EU-Beitritt der Türkei strikt ab.
Alexander Mitsch war in Schwetzingen in Baden-Württemberg hinter verschlossenen Türen zum Vorsitzenden des „Freiheitlich-konservativen Aufbruchs in der Union“ gewählt worden. Der 49-Jährige äußerte die Hoffnung, dass der FKA in der Union anerkannt werde.
Der Heidelberger Kaufmann hatte eigenen Angaben zufolge 51 von 51 Stimmen erhalten. Er war der einzige Kandidat. In diesem Punkt ähnelt er also weniger AfD-Chefin Frauke Petry, als vielmehr dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, der kürzlich ebenfalls mit 100 Prozent der Stimmen gewählt wurde.
Bekanntester Redner bei der FKA-Veranstaltung in Schwetzingen war Hessens früherer Kultus- und Justizminister Christean Wagner. Dieser wies Kritik aus der eigenen Parteiführung zurück. „Wir sind weder ein Störfeuer noch ein Problem“, sagte er dem Deutschlandfunk. Man wolle Wähler zurückgewinnen, die man an die AfD verloren habe.
Die am Samstag veröffentlichten Zahlen zur aktuellen Emnid-Wahlumfrage zeigen eine deutliche Mehrheit für Rot-Rot-Grün. SPD, Linke und Grüne haben demnach zusammen 49 Prozent. Die Unionsparteien, AfD und FDP haben zusammen nur 47 Prozent.
- SPD 33 Prozent (+1)
- CDU/CSU 33 Prozent (0)
- AfD 9 Prozent (0)
- Die Linke 8 Prozent (0)
- Grüne 8 Prozent (0)
- FDP 5 Prozent (0)
- Sonstige 4 Prozent (-1)


