Freimaurer hackt Emails von EZB-Chef Mario Draghi

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Die italienische Polizei hat den hochrangigen Freimaurer Giulio Occhionero festgenommen. Er soll zusammen mit seiner Schwester die Emails von EZB-Chef Mario Draghi und Ex-Premier Matteo Renzi gehackt haben.

Freimaurer Giulio Occhionero Auge
Giulio Occhionero Occhionero (italienisch für Schwarzauge) nutzte eine Schadsoftware mit dem Namen „EyePyramid“.

Am Dienstag hat die italienische Polizei den hochrangigen Freimaurer Giulio Occhionero (45) und seine Schwester Francesca Maria Occhionero (48) festgenommen. Sie sollen die Emails des früheren italienischen Premiers Matteo Renzi und von EZB-Chef Mario Draghi gehackt und Staatsgeheimnisse gestohlen haben.

„Es gab zehntausende gehackte Email-Accounts, darunter waren Accounts von Bankern, Geschäftsleute und sogar Kardinälen im Vatikan“, sagte Roberto Di Legami, Chef der für die Ermittlungen zuständigen Cyber-Spezialeinheit der italienischen Polizei, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Giulio Occhionero ist ein studierte Nuklearingenieur und Mitgründer der Investmentfirma Westland Securities. Er nutzte Schadsoftware, um die Email-Accounts zu infizieren, sodass er „Investitionen auf der Basis von vertraulichen Informationen“ machen konnte, so Roberto Di Legami.

Laut Haftbefehl waren unter den infizierten Accounts auch das Mail-Account von Mario Draghi bei der italienischen Zentralbank, wo er früher Gouverneur war, und das Apple-Account von Italiens früherem Premier Matteo Renzi. Dessen offizielles Email-Account als Premier war auch ein Ziel der Hackerangriffe.

Offenbar gelang es den Hackern aber nicht, dass Account von Marion Draghi bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu knacken. Laut Chefermittler Roberto Di Legami gibt es keine Hinweise darauf, dass die Hackerangriffe auf Betreiben eines ausländischen Staates unternommen wurden.

Giulio Occhionero ist hochrangiger Freimaurer

Laut Haftbefehl ist Giulio Occhionero ein hochrangiges Mitglied einer geheimen Freimaurerloge. Er soll sogar den Großmeister der größten italienischen Loge ausspioniert haben.

Freimaurer Giulio Occhionero
Giulio Occhionero

Occhionero (italienisch für Schwarzauge) nutzte eine angepasste Schadsoftware mit dem Namen „EyePyramid“. Dies ist eine Anspielung auf das allsehende Auge Gottes, wie es etwa auf amerikanischen Banknoten zu finden ist.

Die gestohlenen Daten befanden sich laut den Gerichtsdokumenten auf Servern in den USA: in Prior Lake, Minnesota, und Salt Lake City, Utah. Das FBI hat die Server beschlagnahmt und wird sie nach Italien schicken, sagte Chefermittler Roberto Di Legami.

Zwar zielten die Angriffe vor allem auf die Email-Konten. Doch es gibt auch Beweise, dass Giulio Occhionero auf einigen Computern einen Keylogger installieren konnte. Damit konnte er jeden Tastaturanschlag verfolgen.

Die Ermittlungen begannen, nachdem im April 2016 eine infizierte Email entdeckt worden war. Doch es gibt Hinweise, dass die Geschwister Occhionero die Schadsoftware bereits seit 2010 verwenden.

Die Ermittlungen zeigen bisher, dass 18.000 Konten gehackt worden sein könnten. Weitere 2.000 Nutzerpasswörter könnten identifiziert worden sein. Laut Haftbefehl wurden auch Anwaltskanzleien, die Finanzpolizei, das Wirtschaftsministerium und der Vatikan ausspioniert.

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