Reportage
Berlin hat geringere Einbruchsgefahr als Bremen
Zwar brechen Kriminelle in Berlin alle 45 Minuten in eine Wohnung ein. Doch in Bremen und Hamburg ist die Einbruchsgefahr größer. Die meisten Tatverdächtigen sind Ausländer. Die Aufklärungsquote beträgt 8,5 Prozent.

Im letzten Jahr haben Einbrecher in Berlin Beute im Wert von rund 32,5 Millionen Euro gemacht. Im Jahresschnitt brachen Kriminelle in der Hauptstadt etwa alle 45 Minuten in eine Wohnung ein. Die meisten Einbrecher kommen bereits am späten Nachmittag oder am Abend.
Herbst und Winter sind bei den Kriminellen die beliebtesten Jahreszeiten. Denn dann wird es früher dunkel, und die Nächte sind wieder länger. Die meisten Einbrüche finden in Berlin zwischen November und Februar statt, berichtet die B.Z.
Im letzten Jahr erfasste die Berliner Polizei insgesamt 11.507 Einbrüche. Durchschnittlich sind das rund 32 Einbrüche pro Tag. Im Jahr zuvor hatte die Polizei in der Hauptstadt sogar 11.815 Einbrüche erfasst. Unter den Tatverdächtigen waren im letzten Jahr 52,2 Prozent Ausländer.
Laut Polizeilicher Kriminalstatistik verschaffen sich die meisten Einbrecher Zugang zu den Wohnungen ihrer Opfer, indem sie die Türen oder Fenster aufhebeln. Seltener schlagen sie auch einfach die Fenster ein. Immerhin 42,4 Prozent aller Einbruchsversuche in Berlin scheiterten.
Vor allem Häuser am Rand von Siedlungsgebieten sind ein häufiges Ziel der Kriminellen. Dort können sie sich unbemerkt anschleichen. In der Innenstadt gibt es vor allem Einbrüche in anonyme Mehrfamilienhäuser. Manche Einbrecher-Banden tarnen sich als Umzugsfirma.
Berlin hat geringere Einbruchsgefahr als Bremen und Hamburg
In Berlin gab es im letzten Jahr 326,9 Einbrüche pro 100.000 Einwohner. Das ist weniger als in Bremen und Hamburg, wo über 420 Fällen pro 100.000 Einwohner erfasst wurden. Auch bei den schulischen Leistungen der Viertklässler hat Berlin kürzlich Bremen hinter sich gelassen.
Immer häufiger sind Kriminelle auch im Berliner Speckgürtel aktiv. Im letzten Jahr registrierte die Polizei 2.737 Einbrüche in Brandenburgs berlinnahen Landkreisen. Im Jahr zuvor waren es mit 2.639 noch etwas weniger gewesen.
Zwar liegt die Aufklärungsquote in Berlin nur bei 8,5 Prozent. Doch es gibt auch gute Nachrichten. So erfasste die Polizei im ersten Halbjahr dieses Jahres nur 2.976 Einbrüche. Das waren 30,9 Prozent weniger als die 4.305 Taten im Vorjahreszeitraum.
Der beste Schutz gegen Einbrecher sind Alarmanlagen, gut gesicherte Türen und Fenster sowie Außenlicht. Und wer in den Urlaub fährt, der sollte das Licht drinnen per Zeitschaltuhr an- und ausgehen lassen oder die Nachbarn bitten, zum Beispiel die Vorhänge auf- und zuzuziehen.


