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Berliner Juso-Chefin im Rettungseinsatz vor Libyen

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Die Berliner Juso-Chefin Annika Klose startet zum Rettungseinsatz vor Libyen. (Screenshot: YouTube)
Die Berliner Juso-Chefin Annika Klose startet zum Rettungseinsatz vor Libyen. (Screenshot: YouTube)

Die Berliner Juso-Chefin Annika Klose nimmt an einem Rettungseinsatz vor der libyschen Küste teil. Dort wird sie Migranten aufnehmen und nach Italien bringen. Denn die Menschen hätten das Recht darauf, in Europa einen Asylantrag zu stellen.

Die Berliner Juso-Chefin Annika Klose startet zum Rettungseinsatz vor Libyen. (Screenshot: YouTube)
Die Berliner Juso-Chefin Annika Klose startet zum Rettungseinsatz vor Libyen. (Screenshot: YouTube)

Am letzten Mittwoch beschlagnahmten die italienischen Behörden das Schiff „Iuventa“ des deutschen Vereins „Jugend Rettet“. Der Vorwurf gegen die Besatzung lautet „vorsätzliche Begünstigung der illegalen Einwanderung“. Denn sie hat offenbar illegale Migranten direkt von den Schlepperbooten aufgenommen übernommen und nach Italien gebracht.

Trotz dieser Ereignisse hält die Berliner Juso-Chefin Annika Klose daran fest, Mitte August in Richtung Mittelmeer aufzubrechen. Dort will sie zwei Wochen lang mit der neunköpfigen Crew der „Sea Eye“ vor der libyschen Küste kreuzen. Zum Vorwurf, dass sie die den Schleppern hilft, sagt die 25-Jährige im Interview mit der Berliner Morgenpost:

Ich habe die Entscheidung bereits Mitte Juni getroffen. Damals gab es wieder vermehrt Berichte, dass viele Menschen auf dem Mittelmeer sterben und die privaten Seenotretter überfordert sind. Ich habe es nicht mehr ausgehalten, nur zu zuschauen, wie dort fast täglich Menschen ertrinken und wollte akut Hilfe leisten.

Auf der anderen Seite bin ich natürlich als Politikerin dort: Ich will die Eindrücke vom Mittelmeer mit nach Berlin nehmen. Auch, um dafür zu werben, dass es wieder eine europäische Seenotrettungsaktion geben kann. Denn eigentlich sollte Seenotrettung staatlich organisiert sein, nicht privat.

Annika Klose erwartet in den nächsten Wochen eine sehr schwierige Situation. Denn da Italien angekündigt hat, in libysche Hoheitsgewässer einzudringen und die Flüchtenden von dort an die libysche Küste zurückzubringen, könnte der Ansturm erst einmal größer werden. „Wir werden deswegen wahrscheinlich sehr viele Rettungsaktionen haben.“

Annika Klose distanziert sich von Schleppern

Nach Ansicht der Juso-Chefin ist man sich bei der Besatzung der „Sea Eye“ darüber einigt, dass die Schlepper Verbrecher sind. „Mit denen wollen wir nicht zusammenarbeiten. Wir halten uns außerdem an das Seerecht und außerhalb von Einsätzen konsequent fern von der 20 Meilenzone vor der libyschen Küste.“

Wir schleppen niemanden, sondern retten Menschen aus akuten Gefahrensituationen. Es gibt aktuell kaum noch staatlich organisierte Seenotrettung, weswegen mittlerweile 40 Prozent der Rettungseinsätze von privaten Helfern ermöglicht werden. Die Alternative wäre, die Menschen ertrinken zu lassen.

Der Identitären Bewegung, die in der Region ebenfalls einen Einsatz gestartet hat, macht die Juso-Chefin den Vorwurf, gegen die Genfer Flüchtlingskonvention zu verstoßen. Denn die Identitären hatten angekündigt, vor Ort nicht nur die Aktivitäten der NGOs zu dokumentieren, sondern bei Bedarf auch Menschen aus Seenot zu retten und zurück nach Afrika zu bringen.

Geflüchtete dürfen nicht in Gebiete zurückgebracht werden, die als unsicher gelten. Libyen ist kein sicherer Staat. Es gibt keinerlei staatliche Autorität, die mehr als 30 Prozent des libyschen Territoriums kontrollieren kann. Menschenrechte sind massiv bedroht. Die Geflüchteten haben deswegen das Recht, in Europa einen Antrag auf Asyl zu stellen.

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Thomas Breithaupt

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