Air Berlin streicht Flüge, weil Piloten krank feiern

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Den zweiten Tag in Folge muss Air Berlin zahlreiche Flüge streichen, weil sich insgesamt 149 Piloten krank gemeldet haben. Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat die Piloten zur Rückkehr an den Arbeitsplatz aufgefordert.

Air Berlin streicht zahlreiche Flüge, weil 149 Piloten krank feiern. (Screenshot: YouTube)
Air Berlin streicht zahlreiche Flüge, weil 149 Piloten krank feiern. (Screenshot: YouTube)

Auch am Mittwoch musste Air Berlin wegen Krankmeldungen zahlreicher Piloten insgesamt 32 Flüge streichen. Besonders betroffen sind Berlin-Tegel mit sieben Ausfällen und der Flughafen Düsseldorf mit fünf Ausfällen, sagte eine Sprecherin der insolventen Fluggesellschaft am Mittwochmorgen.

Bereits am Dienstag hatte Air Berlin weitere Flugstreichungen angekündigt. Der Vorstand der Fluglinie teilte in einem internen Schreiben der Belegschaft mit, dass „gegenwärtig 149 Krankmeldungen von Kapitänen und First Officers“ vorlägen. Dieser Krankenstand habe sich bis Mittwochmorgen nicht verändert, sagte die Sprecherin.

Nach Informationen der B.Z. hatten sich Piloten am Montagabend zum „Krankfeiern“ verabredet. Die Piloten protestieren mit ihrem illegalen Streik gegen die zuvor geplatzten Gespräche mit Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann über einen Tarifvertrag Luft. Vor allem Langstrecken-Mitarbeiter machen sich sie sich Sorgen um ihren Job machen.

In der letzten Woche hatte Air Berlin alle Langstrecken gestrichen. Denn sie musste der Leasingfirma Aercap zehn Airbus-Flugzeuge A330 zurückgeben. Sonst hätte die Firma möglicherweise auch Kurzstrecken-Jets einfordern können. Air Berlin hätte dann den Flugbetrieb ganz einstellen müssen, sodass auch das Verkaufsverfahren geplatzt wäre.

Bereits am Dienstag hatten sich etwa 200 Mitarbeiter krank gemeldet, mehr als 100 Flüge fielen aus, Tausende Passagiere waren betroffen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Piloten zur Rückkehr an den Arbeitsplatz aufgefordert. Der BILD sagte er am Dienstag:

Die Insolvenz von Air Berlin ist eine große Belastung für alle Mitarbeiter, vor allem auch wegen der Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung der Arbeitsplätze. Aber gerade deswegen ist es wichtig, den Flugbetrieb jetzt bestmöglich aufrecht zu erhalten und nicht die Kunden in Mitleidenschaft zu ziehen.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz anmelden müssen, weil der Großaktionär Etihad den Geldhahn zudrehte. Bis Freitag können nun Angebote für die Fluglinie abgeben werden. Die Lufthansa hat offiziell ihr Interesse an Air Berlin erklärt. Aber auch Easyjet und Condor gelten als mögliche Käufer.

Auch der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat bereits ein Angebot abgegeben. Laut dem BILD-Bericht hat die chinesische Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, LinkGlobal, in einer schriftlichen Absichtsbekundung ebenfalls ihr Interesse an einer Übernahme bekundet.

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21 KOMMENTARE

  1. Die Piloten haben doch recht, schließlich sucht die unfähige Politik ein Sündenbock, wie auch bei allen anderen Angelegenheiten , das Gleiche gilt auch für das Bildungssystem, wußten sie auch, dass bei den Lehrerschaften der Krankenstand so hoch wie noch nie?

  2. Ich finde das zwar nicht in Ordnung, aber der wahre Grund dafür ist doch, dass die älteren Piloten mit sehr gutem Verdienst vom kommenden Eigentümer der Fluglinie vermutlich gekündigt werden. Die haben Angst um ihren Arbeitsplatz. Die jungen Piloten, mit niedrigerem Einkommen, müssen sich darum vermutlich nicht so viele Gedanken machen.

  3. Stehe voll hinter den Piloten. Air Berlin schreibt jeden Tag 5 Millionen Mieße wenn der Betrieb läuft da kann das nur günstiger sein. Also wenn die Ärsche des Vorstandes sagen das die die Pleite zu verantworten haben dann ist das einfach falsch und verunglimpft die Lage der Angestellten die nur ihr Recht einfordern.

  4. Was für eine Mauschelei; Langstrecken-Jets werden einkassiert, damit die Kurzstrecken-Flieger überhaupt noch eingesetzt werden können. Das sich die Mitarbeiter zur Wehr setzen ist doch wohl legitim in so einer Situation. Es zeigt sich immer mehr, das die staatliche 150 Millionen-Bürgschaft ein Fehler gewesen ist.

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