Katerstimmung im Rathaus Kühlungsborn: Wo bleibt die Seebrücke von Volker Tabaczek?

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Rennlegende Volker Tabaczek lebte bislang im Dachstübchen seiner Schwiegereltern im Beriner Randgebiet. Plötzlich will er die 25 Jahre alte Seebrücke vom Ostseebad Kühlungsborn mit 30 Millioonen Euro aufpeppen. Der BGH hatte Tabaczek schon beschieden, dass dieser in eine Scheinwelt lebe (Foto: Wikipedia/AlterWolf49-Eigenes Werk/ CC BY--SA 3.0)
DDR-Rennradlegende Volker Tabaczek (56) lebte bislang im Dachstübchen seiner Schwiegereltern im Berliner Randgebiet und wurde seit 2014 bis anfang 2016 vier Mal wegen Schulden zum Beispiel in Höhe von 20.000 Euro zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung über Vermögenslosigkeit aufgefordert. Plötzlich kommt er als reicher Onkel aus Amerika daher und will neben der 25 Jahre alten kleinen Seebrücke in Deutschlands größtem Ostseebad Kühlungsborn eine zweite Seebrücke der Superlative mit Schwimmbad, Geschäften, Unterwasserrestaurant und Aquarien für 38 Millionen Euro bauen. Und das, obwohl der BGH dem Investor schon 2008 beschieden hat, dass Tabaczek „in einer Scheinwelt lebend sich selbst als seriöser Finanzberater betrachtete“, Aktenzeiche 5 StR 96/08 (Foto: Wikipedia/AlterWolf49-Eigenes Werk/ CC BY–SA 3.0)

Radrennsportler Volker Tabaczek (56) aus Gräbendorf bei Berlin spricht kaum Englisch, dennoch hätten ihm reiche Amerikaner die Stiftung Mount Whitney Trust in Las Vegas anvertraut. Wie gern hatte man die Geschichte vom reichen Onkel aus Amerika geglaubt, der an der Ostsee eine gigantische Seebrücke mit Geschäften und Restaurant bauen wollte, ohne einen Cent daran verdienen zu wollen. Just for fun. Doch nun nach einem Dreivierteljahr erteilter Baugenehmigung breitet sich Katerstimmung im Rathaus von Kühlungsborn in Deutschlands größtem Ostseebad aus. Die angeblichen Projekte, die der Investor schon in Miami im Sonnenstaat Florida gebaut haben will, konnten trotz intensiver Recherche nicht gefunden werden. Dabei sehen die präsentierten Fotos so schön aus.

Auch das von der neuen Seebrücke in Kühlungsborn. Voller Hoffnung hatte Bürgermeister Rainer Karl (parteilos) das Simulations-Foto in seinem Rathaus aufgehängt. Die Warnungen von Geschädigten aus dem Internet hatte er zwar gelesen, aber er glaubte dann doch lieber dem Investor, der sich von einem Berliner Anlegerschutzanwalt verfolgt fühlt. Schließlich soll der Investor diesen Anwalt und einen New Yorker Finanzwarndienst auf bis zu 148 Millionen Euro für eine angebliche Rufschädigung verklagt haben.

Bürgermeister Karl hat sich für die Baugenehmigung eingesetzt, die im Herbst letzten Jahres erteilt wurde. Wie sollte der Politiker ahnen, dass der Investor das Projekt von der neuen Seebrücke wohl doch nur als Aushängeschild nutzen wollte, um damit noch mehr Anleger in ein mutmaßliches Schneeballsystem zu locken, vor dem seit 12 Jahren im Internet immer wieder gewarnt wurde? Doch wie das Berlin Journal nun im Rathaus erfuhr, werden die Zweifel an der Seriosität des Investors und auch an einer gewissen Blauäugikeit des Bürgermeisters, der wegen einer starken Erkrankung sein Amt unterbrechen musste, nun auch in Kühlungsborn immer größer.

Seit der Aushändigung des Planungsfotos von der geplanten Seebrücke hat sich nämlich nichts mehr getan. Keine Baubesprechung, keine Bagger.

Die Rathausmitarbeiter schauen beinahe zwangsläufig jeden Tag auf das Projektfoto in ihrem Dienstgebäude. Der Entwurf stammt von keinem Geringeren als den renommierten B&O Ingenieuren aus der Friedensallee 23 in Hamburg Ottensen. Die Hamburger Ingenieure haben schon 29 der insgesamt 40 Seebrücken in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein projektiert, darunter auch die alte und bislang einzige Seebrücke in Kühlungsborn aus dem Jahr 1991. Die nimmt sich allerdings sehr bescheiden aus im Vergleich zu den Plänen des angeblichen Märchenprinzen aus Übersee.

Investor Volker Tabaczek bleibt weitere Zahlungen für das Seebrücken-Projekt schuldig
Investor Volker Tabaczek bleibt weitere Zahlungen für das Seebrücken-Projekt schuldig

Den Hamburgern kam es gleich komisch vor, dass eine angebliche Stiftung in Amerika ihr Geld ganz unkaufmännisch und auch ganz Entgegen dem eigentlichen Sinn einer Stiftung, dem Kapitalerhalt, einfach nur verschenken will. Sie taten zwar dem Investor den Gefallen und entwarfen nach dessen Wünschen ein Projektbild – allerdings nur gegen Vorkasse. Der nächste Schritt sollte nun eine 3-D-Repräsentation im Rathaus sein. Doch das Interesse an dem nächsten Schritt scheint beim Investor ganz plötzlich versiegt zu sein. Jedenfalls bleibt dieser die dafür notwendige Bezahlung schuldig. Im Rathaus Kühlungsborn macht sich nun die Angst breit, dass die mit 3,2 Kilomtern längste deutsche Ostsee-Strandpromenade am Ende durch eine Bauruine verschandelt werden könnte, die die  Gemeinde dann für teures Geld wieder abbauen darf.

Radrennsport-Legende Volker Tabaczek mit einst eigenem Rennteam will Kühlungsborn eine Seebrücke für 38 Millionen Euro schenken
Radrennsport-Legende Volker Tabaczek mit einst eigenem Rennteam will Kühlungsborn eine Seebrücke für 38 Millionen Euro schenken

Der Mäzen aus den USA ist der bekannte einstige Thüringer Radrennfahrer Volker Tabaczek (56), der mit der US-Firma Mount Whitney Trust (Stiftung weißer Berg) aus Las Vegas im US-Wüstenstaat Nevada angeblich für 38 Millionen Euro in den Ostssestrand von Kühlunsborn investieren will – ohne daran verdienen zu wollen.

Am 8. April 2016 hatte die Ostseezeitung noch getitelt: „Kühlungsborn soll Seebrücke der Superlative bekommen“. 500 Meter in die Ostsee hinein und 200 Meter breit. Mit Schwimmbad, Geschäften, Unterwasser-Restaurant und Aquarien. Bürgermeister Karl schien damit endlich ein altes Problem los zu sein. Denn laut Ostseezeitung fordern Touristiker und Kommunalpolitik schon seit Jahren eine zweite Seebrücke im größten Ostseebad des Landes. „Aber wir brauchen mehr als nur einen Steg, auf dem die Gäste spazieren gehen können“, hatte Bürgermeister Rainer Karl gefordert.

Da kam ihm Volker Tabaczek, der in Gräbendorf südlich von Berlin wohnt, gerade Recht. Die Fassade stimmte: Maßanzug, Dienstwagen Porsche 911 Carrera. Mitgebrachte Bilder von angeblichen Referenzprojekten in Miami.

Und auch privat zeigte Tabaczek am Ostseestrand zunächst Investitionspower.

Gleich mal das schönste Doppelgrundstück direkt an der exklusiven Adresse Zum Riedensee am Natur- und Nacktbadestand mit freiem Meerblick kaufte Tabaczekt letztes Jahr über die von ihm kontrollierte Seascape LLC aus Las Vegas, die allerdings erst vor zwei Jahren am Sitz der Mount Whitney Group als leere US-Vorratsgesellschaft gegründet worden war. Geplant war in Kühlungsborn eine Villa Sofie, benannt nach seiner zweiten Frau, der Grafikerin und Geschäftspartnerin Sofie Schützeichel. Ach dieses Projekt sollte offenbar nur zu Werbezwecken als Vorzeigeprojekt dienen, um Anleger zum Einzahlen in die Mount Whitney Gruppe zu animieren.

Doch auch hier bröckelt die Fassade

Denn der Grundstückskauf musste inzwischen rückabgewickelt werden, da die Seascape LLC die zweite Hälfte des Kaufpreises schuldig blieb, wie Berlin Journal aus Kühlungsborner Rathauskreisen erfuhr.

Wie seinerzeit Bürgermeister Karl war auch der Alt-Eigentümer des Ostseegrundstücks Gerald Kaufmann, ein Architekt aus Offenburg in Baden-Württemberg, zunächst angetan. „Die haben bar bezahlt“, erzählte er, als man ihn vor Tabaczek warnen wollte. Sein Sohn schob nach: „Das Geld liegt beim Notar.“

Nun ermittelt die Finanzermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern im Zusammenhang mit gewerbsmäßig begangenen Betrugsstraftaten gegen Volker Tabaczek und Sofie Schützeichel wegen des Verdachts der Geldwäsche.

In Berlin hat sich eine Geschädigtengemeinschaft Tulpe 263 gegründet.

Ihr gehören 25 Mitglieder an. Die Anleger haben an die von Tabaczek gegründete und von ihm geleitete Mount Whitney Group aus Las Vegas in den letzten Jahren 8,76 Millionen Euro bezahlt für angebliche hochlukrative Bankengarantiegeschäfte. In keinem Fall haben sie ihr Geld je wieder gesehen. Die Mount Whitney Group habe nach Recherchen der Anleger keinerlei echte Vertragsbeziehungen zu irgendwem. Ein Rentner zahlte 10.000 Euro, der höchste Geschädigte 3,3 Millionen Euro.

Der Finanzchef der Mount Whitney Group ist laut Visitenkarte ein Direktor Michael Rudolf aus Berlin-Rudow. Der vermietet laut Recherchen von Tulpe 263 in Wirklichkeit hauptberuflich mit seiner Frau im eigenen Heim Monteurzimmer.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2014 unter dem Aktenzeichen 244 Js 1768/14. In diesem Zusammenhang kam es zu Durchsuchungen bei Tabaczek und seinem mutmaßlichen Mittäter Rudolf.

Ein Mitglied der Geschädigtengemeinschaft Tulpe 263 bekam vor kurzem vor dem Landgericht Berlin Recht. Zum ersten Mal wurden Volker Tabaczek und Michael Rudolf von der Mount Whitney Gruppe zur Rückführung von Geldern an einen Anleger verurteilt, da sie dem Richter keinerlei Nachweis über den Aufenthalt des eingezahlten Geldes geben konnten. Das auf das Konto von Mount Whitney Group eingezahlte Geld sei an die TI Incorporation von Michael Rudolf weitergeleitet worden. Tabaczek habe sich aber geweigert, dem Richter einen Kontoauszug vorzulegen, ob das Geld dort vorhanden war oder ist, so dass der Richter von einer Zweckentfremdung des Geldes ausgehen musste (Aktenzeichen: 31 O 101/15). Gegen das Urteil kann noch Revision eingelegt werden.

Der New Yorker Finanznachrichtendienst GoMoPa.net warnt seit 2004 vor den angeblich zins- und tilgungsfreien Darlehen, die Volker Tabaczek damals mit seiner Firma  US Financial Group und gemeinsam mit dem bekannten ehemaligen MDR-Radiomodertor Frank Liehr aufzog. Zu diesem Zeitpunkt waren diese selbst tilgenden Darlehen eine 15 Jahre alte Betrugsmasche. Diese Masche baute Tabaczek mit seinem neuen Berliner Partner Rudolf zu tilgungsfreien Projektfinanzierungen aus. Man zahlt beispielsweise 100.000 Euro ein und soll nach einem Vierteljahr 600.000 Euro erhalten. Oder man legt das Geld als Mitfinanzierung von Ferienwohnungen in Cape Coral in Florida für 5 Jahre an und kassiert jährlich 25 Prozent Zinsen zuzüglich einem Bonus von 6 Prozent. Viele Vermittler in Deutschland hatten keine Zweifel an den Versprechen und warben für die Mount Whitney Group immer neue Anleger an.

Auf vielen Veranstaltungen trat dann Tabaczek persönlich auf. Mit Tränen in den Augen soll er kundgetan haben, dass er zusammen mit seiner jetzigen Ehefrau eine Stiftung gegründet habe, die in Afrika ein Dorf für Waisenkinder betreibt. Darüber hinaus würde diese Stiftung in ganz Afrika Schulen bauen. In Namibia sei sogar eine Straße nach ihm benannt worden. Allerdings hat Tabaczek in jenem Land ein Trainingslager für sein Radsportrennteam bauen lassen und soll dieses Team aber dann mitten in der Hauptsaison einfach sitzen gelassen haben, wie noch zu lesen ist.

Die Mount Whitney Gruppe gehöre vermögenden Amerikanern, die nun Volker Tabaczek, der wie schon erwähnt kaum Englisch spricht, auserwählt hätten, die Stiftung fortzuführen. Wegen der guten Kontakte zu jüdischen Geschäftsleuten wie der Jewish Foundation etwa könnte die Mount Whitney Gruppe auch den Weg zum Handel mit Wertpapieren zwischen Banken ebnen, was sehr hohe Gewinne abwerfen würde. Inzwischen sei Volker Tabaczek, so seine Legende, für den US Finanzmarkt so wichtig, dass er vom FBI geschützt würde gegen die vielen Neider, die immer wieder böse Verleumdungen gegen ihn verbreiten würden.

Verleumdungen? Prüfungen ergaben das Gegenteil

In den USA haben Opfer vor Ort Prüfungen vorgenommen. Es gibt ein Büro als Firmenzentrale in Las Vegas; dort ist aber seit Monaten niemand (sagen die Nachbarn). Die Post wird von einer älteren Dame abgeholt und dann via Fedex direkt an Tabaczek ungeöffnet geleitet. Ein Anwalt namens Chez Rainey ist vor Ort und kümmert sich um Handelsregisterangelegenheiten und ähnliches. Er ist auch für viele Firmen der Treuhänder. Sein Auftraggeber ist nur Tabaczek. Die meisten Konten sind bei Wells Fargo in Las Vegas oder bei einer Bank in Florida.

Das US Recht in Nevada begünstigt Geldwäsche geradezu, weil man dort die Eigentümerstruktur geheim halten kann.

Tabaczek soll sich der Firmen, die man für eine „Handvoll Dollar“ über das Internet kaufen kann, sehr geschickt bedienen. Ein Vermittler erzählte, dass Tabaczek damit prahlte, dass viele sein System nachzuahmen versuchten, aber sein System sei einmalig. Keine deutsche Behörde könne ihn zur Offenlegung zwingen. Aus dem US Handelsregister ergeben sich dutzende von Firmen. Seascape LLC und Mount Whitney gehören klar zusammen, wie sich aus dem Handelsregister und den Firmenschildern an der so gut wie niemals genutzten Firmenzentrale in Las Vegas ergibt.

In Seminaren und Vortägen habe Tabaczek laut Aussagen mehrerer Zeugen sich damit gebrüstet, dass Tabaczek gerne Steuern spart durch Darlehen an sich selber.

Ist Kühlungsborn mit diesem Investor gut beraten? Pleiten, Pech und Pannen zeichnen den bisherigen Weg des Volker Tabaczek

Seascape LLC war offenbar in der Lage das schönste Grundstück an der Ostsee zu kaufen und eine große Villa in Negast. Ansonsten ist die Firma für die bekannten Handvoll Dollar frisch gegründet, hat keinerlei Vergangenheit, keinen Internetauftritt oder ähnliches und residiert in dem leeren Firmengebäude der Firma Mount Whitney in Las Vegas.

14 Firmenschilder wie etwa von Seascape LLC (2. von oben links) sollen in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada ein Imperium vorgeben, das aber bei Nachprüfungen keinerlei Geschäftsbeziehungen zu irgendjemand hat - außer zu inzwischen geschädigten deutschen Anlegern (Foto: Geschädigtengemeinschaft Tulpe 263, Berlin)
14 Firmenschilder wie etwa von Seascape LLC (2. von oben links) sollen in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada ein Imperium vorgeben, das aber bei Nachprüfungen keinerlei Geschäftsbeziehungen zu irgendjemandem hat – außer zu inzwischen geschädigten deutschen Anlegern (Foto: Geschädigtengemeinschaft Tulpe 263)

Tabaczek gibt sich als Mitarbeiter bei Mount Whitney mit einem Gehalt aus. In Deutschland ist er aber offiziell immer zahlungsunfähig. Im letzten Jahr  sollte er einen Offenbarungseid leisten, dass er tatsächlich zahlungsunfähig und vermögenslos ist.  Wenn er sich weigere, wurde ihm Haft angedroht. Er soll dann in letzter Sekunde vor dem zivilen Haftbefehl die weitere Vollstreckung abgewendet haben, indem er doch zahlte. Seiner Frau Sofie Schützeichel soll das Elternhaus in Gräbendorf bei Berlin gehören. Die Grafikern arbeitet aber nicht in ihrem Beruf, sondern hilft ihrem Mann.

In weiteren Inkasso-Verfahren (Aktenzeichen DR II 1786/15 und DR II 1985/15) sollte Tabczek im Januar 2016 den Offenbarungseid abgegeben werden. Die Verbindlichkeiten beliefen sich auf mehr als 20.000 Euro. Volker Tabaczek legte der Gerichtsvollzieherin eine Abrechnung eines Gehalts der Mount Whitney von 2.000 Euro netto vor. Er erbat Ratenzahlungsmöglichkeit. Seine Creditreform-Auskunft weist eine Insolvenz aus dem Jahre 2007 aus. Seine Ehefrau Sofie Schützeichel führt über ihr Konto in Deutschland kleine Ratenzahlungen für Altschulden aus.

Zur Deckung des Lebensunterhalts in Deutschland erhielt Volker Tabaczek auf das Betriebskonto der US Gesellschaft MWG (Mount Whitney Group) bei der Commerzank Deutschland monatlich zirka 20.000 Euro. Bis August 2015 leistete der US-Anwalt Chez Rainey die Zahlungen. Seit dem September 2015 soll die Mount Whitney Management Corporation diesen Monatsbetrag überweisen. Hieraus erhält Volker Tabaczek und für seine Ehefrau Sofie Schützeichel sowie seine Assistentin Patrycja Ryfa ein Gehalt.

Radrennsportler Tabaczek ließ eigene Teamkameraden im Stich

Ab 2005 engagierte sich Volker Tabaczek als Hauptsponsor des nach ihm benannten „US Financial Teams“ im Radrennsport. Seine mutmaßlichen Finanz-Opfer zahlten zum Beispiel ein Trainingslager in Namibia. Später entzweite sich Volker Tabaczek von seinen Schützlingen Werner Otto und Robert Bartko. Während Bartko aktiver Radsportler war, fungierte Werner Otto als Trainer der Mannschaft. Er war zu Zeiten der DDR als aktiver Radsportler Bekannter des Volker Tabaczek. Nach Aussage eines damals dort tätigen Radsportlers zahlte Tabaczek Gehälter, die das übliche Niveau um das Dreifache überschritten. Die Zusammenarbeit endete abrupt mitten in der Saison, weil Tabaczek die Zahlungen einstellte. Daraufhin mussten einige Sportler ihre Karriere beenden.

Betrug zu Lasten Fußball Clubs Energie Cottbus

Am 04. Juli 2007 verurteilte das Landgericht Cottbus Volker Wolfgang Tabaczek zu einer Strafe von einem Jahr und elf Monaten auf Bewährung mit einer Verlängerung der Bewährungszeit bis zum 27.11.2012 wegen Betruges.

Wie der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net berichtete, hatte die US Financial Group, in deren Name Tabaczek tätig war, am 15. März 2005 mit dem Fußballverein FC Energie Cottbus e.V. einen Darlehensvertrag über 1,5 Millionen Euro abgeschlossen. Im Zuge der Vertragsverhandlungen bot Tabaczek dem damalige Vereinspräsidenten Dieter Krein an, dem Fußballverein weitere Fremdmittel in Höhe von 2,2 Millionen Euro zu verschaffen.

Dafür sei jedoch eine Vorleistung des Fußballvereins in Höhe von 300.000 Euro zur Deckung der Finanzierungskosten erforderlich. Doch von einem Kredit hat der FC Energie Cottbus nie etwas gesehen. Denn tatsächlich war die US Financial Group gar nicht in der Lage, dem Fußballverein ein Darlehen in dieser Größenordnung zur Verfügung zu stellen oder zu vermitteln.

BGH (Az 5 StR 96/08) bestätigte über Tabaczek, dass er „in einer Scheinwelt lebend sich selbst als seriöser Finanzberater betrachtete“

Tabaczek scheiterte mit einer Revsion vor dem Bundesgerichtshof. Der 5. Strafsenat des BGH in Leipzig bescheinigte Tabaczek in seinem Urteil vom 27. November 2008 (Aktenzeichen 5 StR 96/08): „Gleichwohl kann dem Gesamtzusammenhang der Strafzumessungserwägungen entnommen werden, dass sich das Landgericht davon überzeugt hat, dass sich der als Finanzvermittler krass überschätzende, nur geringfügig vorgeahndete Angeklagte T. vom Strafurteil beeindruckt zeigen wird und ihm klar geworden ist, in welchem Umfang er den Bereich der ’seriösen Anlagevermittlung‘ verlassen hat.“

Der BGH bestätigte das Urteil des Landgerichts Cottbus vom 4. Juli 2007 mit den Worten: „Schuld- und Strafausspruch halten sachlichrechtlicher Nachprüfung stand.“ In dem Landgerichtsurteil heißt es auf Seite 45: „Darüber hinaus spricht zu Gunsten des Angeklagten Tabaczek, dass er zwar mit nicht geringer krimineller Energie handelte, dennoch aber in einer Scheinwelt lebend sich selbst als seriöser Finanzberater betrachtete.“

Die Gerichtsvollzieherin Ina Hauser protokollierte am 5. April 2011 bei der Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung über Vermögenslosigkeit und Zahlungsunfähigkeit (Offenbarungseid) für das Amtsgericht Gera (Aktenzeichen 91 M 615/11), dass Tabaczek lediglich über eine Ausbildung als Pädagoge und Kfz-Mechaniker in der Deutschen Demokratischen Republik verfügte. Auch bei weiteren Recherchen von Geschädigten konnte kein Nachweis über eine von Tabaczek sogar vor Gericht behauptete Ausbildung als Banker bei der Deutschen Bank AG oder der bei der Securenta Bank AG mit einer zusätzlichen Ausbildung für Börsengeschäfte gefunden werden. Auch nicht über eine Tätigkeit einer von ihm behaupteten Tätigkeit als Vorstand der Göttinger Gruppe.

Mit dem BGH-Urteil konftrontiert räumte nun ein Rathausmitglied in Kühlungsborn gegenüber dem Berlin Journal ein: „So tief haben wir nicht recherchiert.“

Lesen Sie im nächsten Teil: Warum Volker Tabaczek wirklich für zwei Jahre von 2009 bis 2011 im Gefängnis von Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten saß.

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13 KOMMENTARE

  1. Kühlungsborn lernt es nicht ….

    Wiederholt ist die Gemeinde Kühlungsborn Opfer von Betrügern und „Investoren“ geworden. Bürgermeister Karl ist naiv genug ohne prüfbare Referenzen Projekte zuzusagen und sich
    einlulleln zu lassen. Einfachste Recherchen werden nicht unternommen, Transparenz zu den Ratsmitgliedern wird nicht vollzogen.

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    emilianov.vladimir@gmail.com

  3. Tabaczek ist vor allem das ein skrupelloser Betrüger! War er schon in der Kindheit. Der hat einen an der Klatsche. Muss aufpassen, dass ihm der ein oder andere Gläubiger nicht einmal im Dunkeln begegnet.

  4. Volker Tabaczek, born 1960 in the German Democratic Republic, is a fraud focusing on capital-investment and high finance in the U.S.. After his brief education as a teacher and car mechanic he started a career as an amateur racing cyclist. His claim that he completed an internship at Deutsche Bank AG following reunification is false. Tabaczek created a pseudo-empire in the U.S.. Various of his corporations in the U.S. are engaged in criminal activity mostly involved in money laundry and breach of trust. He founded the Corporate Group Royal in 2000, the US Financial Group LLC in 2003 and the Mount Whitney Group in 2011. They are a significant part of a large system invented to betray trustful investors. Together with accomplices Michael Rudolf, Patrycja Ryfa, Sofie Schützeichel, Chaz Rainey and Kurt Brackob he conveys fictitious investment deals. The deals are hardly presented to the clients by himself but rather from third persons, mostly defrauded escrow agents, hired by Tabaczek. The fraudulent investment scheme and violation of the banking act can be compared to serious warnings of the SEC and FBI. Prime bank frauds advertise in the internet or the newspaper with high-yield, risk-free international finance programs. Likewise, Tabaczek promotes complex, sophisticating and official-sounding investments. He claims that the offshore trade takes place overseas, is surveilled by well-known organizations (IMF, ICC etc.), is limited and only available to privileged persons. Thus, the deal seems to be legitimate and trustworthy. In Germany Tabaczek has been sentenced in 2008 by the federal court for betraying the football club FC Energie Cottbus e.V. From 2009 to 2011 he was imprisoned in Abu Dhabi. Many private persons sued him to court. These investments do NOT exist. They are SCAM! The total damage is more than EUR 5 million. The trials against the founder and perpetrator Volker Tabaczek can be followed under file number 91 M 615/11 or 244 Js 1768/14

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