Reportage
Rekord bei Menschen mit ausländischen Wurzeln
Nie zuvor haben so viele Menschen mit ausländischen Wurzeln in Deutschland gelebt. Menschen einen Migrationshintergrund machen 22,5 Prozent der Bevölkerung aus. Die außereuropäische Zuwanderung wird wichtiger.

Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland erreichte 2016 einen neuen Höchststand. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hatten rund 18,6 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund.
Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 8,5 Prozent. Das ist der stärkste Zuwachs seit Beginn der Messung im Jahr 2005. Der hohe Anstieg ist vor allem auf die hohe Zuwanderung in den Jahren 2015 und 2016 zurückzuführen.
Zugleich schrumpfte die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund um 0,7 Prozent auf 63,8 Millionen.
Zwar ist Europa weiterhin die wichtigste Herkunftsregion der Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Doch die Bedeutung anderer Erdteile ist in den letzten fünf Jahren gestiegen.
Mittlerweile haben 2,3 Millionen Menschen hierzulande ihre Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten. Auch Afrika gewinnt an Bedeutung. Rund 740.000 Menschen in Deutschland haben eine afrikanische Herkunft. Wichtigstes Herkunftsland bleibt jedoch die Türkei.
Mit 52 Prozent hat die knappe Mehrheit der Bevölkerung mit Migrationshintergrund die deutsche Staatsbürgerschaft. Von ihnen haben besitzen 42 Prozent die deutsche Staatsangehörigkeit schon seit ihrer Geburt.
Von einem Migrationshintergrund spricht man, wenn mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Zu der Gruppe gehören Zuwanderer, (Spät-)Aussiedler sowie deren Kinder.


