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Reportage

Asyl-Helferin: 90 Prozent der Migranten sind „eher unangenehm“

Von Thomas Breithaupt · · 5 Min. Lesezeit

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Nach Angaben der Asyl-Helferin muss regelmäßig die Polizei zu ihrer Erstaufnahmestelle anrücken. (Screenshot: Spiegel TV)
Nach Angaben der Asyl-Helferin muss regelmäßig die Polizei zu ihrer Erstaufnahmestelle anrücken. (Screenshot: Spiegel TV)
Nach Angaben der Asyl-Helferin muss regelmäßig die Polizei zu ihrer Erstaufnahmestelle anrücken. (Screenshot: Spiegel TV)
Nach Angaben der Asyl-Helferin muss regelmäßig die Polizei zu ihrer Erstaufnahmestelle anrücken. (Screenshot: Spiegel TV)

Mit viel Idealismus begann sie im Herbst letzten Jahres ihre Arbeit bei einer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Hamburg. Sie war hochmotiviert und freute sich, als Sozialberaterin den Menschen praktisch zu helfen.

Doch die Erfahrungen der letzten Monate haben ihr alle Illusionen genommen. Schon bei den ersten Kontakten mit Flüchtlingen merkte sie, dass ihre Vorstellungen von den Migranten sich sehr von ihrem Verhalten in der Realität unterschieden.

Flüchtlinge „extrem fordernd“

„Wenn ich ehrlich bin, dann ist die Zusammenarbeit mit 90 Prozent von denen, die ich treffe, eher unangenehm und leider nicht so, wie ich mir das vorher gedacht habe“, schreibt sie nun anonym in der Welt. Viele der Flüchtlinge seien „extrem fordernd“.

„Kommen zu mir und verlangen, dass ich ihnen jetzt sofort eine Wohnung und ein schickes Auto und am besten auch gleich noch einen richtig guten Job beschaffe, weil ich das ja müsste, dafür sitze ich ja da, und sie seien ja nun mal hier angekommen.“

Wenn die Sozialberaterin die Wünsche der Flüchtlinge nicht erfüllt, „dann werden sie oftmals laut oder auch mal richtig aggressiv“, schreibt sie. „Eine […] Kollegin von mir haben sie mal wirklich angeschrien: ‚Wir köpfen dich!’.“

Flüchtlinge „sehr unzuverlässig“

Die Flüchtlinge machen nach Angaben der Sozialberaterin „häufig sehr unzuverlässige Angaben“. Sie erzählen Geschichten, die so gar nicht ganz stimmen können. Anderen Kollegen erzählen sie dann wieder andere Geschichten.

„Es gab beispielsweise einen Bewohner, der kam mit seinem Abschiebe-Bescheid zu mir und wollte wissen, was nun passieren würde. Ich habe es ihm erklärt, er ist dann gegangen.“

„Bald darauf kam er zu meiner Kollegin und zeigte plötzlich völlig neue Ausweispapiere auf einen anderen Namen vor und sagte, er sei dieser Mensch mit dem anderen Namen. Er wurde dann nicht mehr ausgewiesen, sondern nur in ein anderes Lager verlegt.“

Viele Flüchtlinge wollen zu einem Zahnarzt oder zu einem Orthopäden. In solchen Fällen macht die Sozialberaterin die Arzttermine für sie fest.

„Aber wenn der Termin da ist, tauchen sie einfach nicht auf. Das passiert so häufig, dass die Ärzte uns mittlerweile schon gebeten haben, nicht mehr so viele Termine festzumachen – aber was soll ich denn da tun?“

Schlimmes Verhalten gegenüber Frauen

„Einige der Flüchtlinge verhalten sich indiskutabel uns Frauen gegenüber“, scheibt die Asyl-Helferin. Sie schätzt, dass 70 Prozent der Flüchtlinge alleinstehende Männer sind. „Die sind alle noch jung, erst so um die 20, höchstens 25 Jahre alt.“ Und ein Teil von ihnen achte Frauen überhaupt nicht.

„Wenn ich als Frau ihnen etwas sage oder ihnen eine Anweisung geben will, dann hören sie mir kaum zu, tun es sofort als unwichtig ab und wenden sich danach einfach noch einmal an einen der männlichen Kollegen. Für uns Frauen haben sie oft nur verächtliche Blicke übrig – oder eben aufdringliche.“

„Sie pfeifen einem laut hinterher, rufen einem dann noch etwas in einer fremden Sprache nach, was ich und die meisten meiner Kolleginnen nicht verstehen, lachen. Das ist wirklich sehr unangenehm.“

„Und letztens bin ich eine etwas steilere Treppe hinaufgegangen. Da sind mir einige von den Männern hinterher gelaufen, hinter mir die Stufen hochgegangen und sie haben die ganze Zeit gelacht und – vermute ich – über mich geredet und mir etwas zugerufen.“

„Kolleginnen haben mir erzählt, dass ihnen auch schon Ähnliches zugestoßen ist. Sie haben aber gesagt, dass man nichts dagegen machen kann. Dass es hier halt zum Job dazu gehört.“

Wie ihre Kolleginnen versucht auch die Sozialberaterin das schamlose Verhalten der Migranten „nicht weiter an sich rankommen zu lassen“. Sie versucht sich so zu verhalten, dass man ihren Ärger und ihre Wut nicht sieht. Doch das hat nicht geholfen.

„Besonders in den letzten Wochen, als immer mehr Männer aus Nordafrika, aus Marokko, Tunesien oder Libyen hierher zu uns in die Einrichtung gekommen sind. Die waren noch aggressiver.“

Asyl-Helferin gibt auf

Nun hat die Sozialberaterin begonnen, sich anders anzuziehen, um sich etwas vor der Belästigung zu schützen. Sie trägt nur noch weit geschnittene Hosen und hochgeschlossene Oberteile. Und sie verhält sich jetzt auch anders.

„So vermeide ich es zum Beispiel, auf unserem Gelände an diejenigen Orte zu gehen, an denen sich die alleinstehenden Männer oft aufhalten. Und wenn ich es doch mal muss, dann versuche ich, sehr schnell da durchzukommen und lächele dabei niemanden an, damit man das nicht falsch verstehen kann.“

„Aber meist bleibe ich in meinem kleinen Büro, wenn möglich dann sogar den ganzen Tag über. Und ich fahre nicht mehr mit der Bahn zur Arbeit hin oder wieder zurück. Denn letztens ist eine Kollegin von einigen der jungen Männer bis zur U-Bahn-Station verfolgt und sogar noch in der Bahn belästigt worden.“

Die Sozialberaterin sagt, dass es ihr schwerfällt, „sich einzugestehen, dass das alles doch ein wenig anders ist, als man es sich vorgestellt hat.“ Sie denkt nun darüber nach, zu kündigen, auch wenn sie ihre Kollegen und die Flüchtlingskinder sehr gern hat.

„Viele Kollegen und Kolleginnen wollen ebenfalls kündigen. Weil sie es nicht mehr aushalten, weil sie nicht mit ansehen können, wie schief das hier alles läuft und dass sie nichts dagegen machen können. Und wenn ich ehrlich bin: Ich halte es auch nicht mehr aus.“

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Thomas Breithaupt

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