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Nato-Mitglied Türkei will von Russland Raketensystem kaufen

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Putin Erdogan Raketensystem S-400
Der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei ihrem letzten Treffen im Oktober. (Screenshot: YouTube)

Das Nato-Mitglied Türkei ist in Gesprächen mit Russland darüber, das russische Raketensystem S-400 zu kaufen. Präsident Erdogan wirft der Obama-Regierung vor, dass sie die türkischen Sicherheitsprobleme nicht ernst nimmt.

Putin Erdogan Raketensystem S-400
Der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei ihrem letzten Treffen im Oktober. (Screenshot: YouTube)

Am Freitag hat der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik bestätigt, dass sein Land mit Russland über den Kauf des Luftabwehrsystems S-400 Triumf verhandelt. Dies ist ein mobiles Langstrecken-Raketensystem zur Bekämpfung von Kampfflugzeugen und Marschflugkörpern in allen Flughöhen.

Die Türkei will 3,4 Milliarden Dollar ausgeben, um einen eigenen Langstrecken-Raketen-Schild zu entwickeln, berichtet RT. Bereits im Jahr 2013 hatte das russische S-400 mit Systemen aus den USA, Europa und China konkurriert. Damals entschied sich die Türkei für das chinesische Angebot.

Verhandlungen über chinesisches Raketensystem

Doch der Deal mit China wurde im vergangenen Jahr abgebrochen. Bei den Nato-Partnerstaaten gab es Sorgen im Hinblick auf die Kompatibilität mit den Nato-Systemen. Die Verhandlungen wurden abgebrochen, weil sich China und die Türkei nicht über den Technologie-Transfer einigen konnten.

Die Türkei betrachtet dies als entscheidend, weil sein Raketen-Abwehrsystem unabhängig von anderen Staaten funktionieren soll. Zudem wurden die Verhandlungen der Türken mit China damals als eine strategische Finte gesehen, um eine bessere Verhandlungsposition gegenüber den Amerikanern und Europäern zu erhalten.

Im August letzten Jahres startete die Türkei einen neuen Versuch für einen eigenen Raketen-Schild. Ankara war damals verärgert über die Entscheidung der USA, ihre Patriot-Raketen von der türkischen Grenze zu Syrien abzuziehen.

Erdogan sucht Kooperation mit Russland

Dieser Abzug der Amerikaner war möglicherweise eine Vergeltungsmaßnahme dafür, dass die Türkei mit den USA verbündete kurdische Milizen angegriffen hatte. Diese waren im Jahr 2013 von den USA ausgerüstet worden, um die türkische Grenze gegen den Islamischen Staat zu schützen.

Aus diesem Grund und weil er sich beim Raketen-Abwehrschild nicht auf die anderen Nato-Mitglieder verlassen wollte, suchte Präsident Recep Tayyip Erdogan erneut die militärische Kooperation mit China oder Russland.

Die sich verschlechternden Beziehungen zwischen der Türkei und den USA haben sich nun erneut gezeigt. Erdogan hat der Regierung von Barack Obama vorgeworfen, sie nehme die Bedrohungen der Türkei nicht ernst zu nehmen, darunter der Syrienkrieg und der daraus resultierende Ansturm von Flüchtlingen.

„Wir haben diese Probleme angesprochen und mit Präsident Obama und Vizepräsident Biden diskutiert“, sagte Erdogan gegenüber dem US-Sender CBS. Doch diese hätten die Probleme nicht ernst genommen. „Das ist ziemlich verstörend für uns“, so Erdogan weiter.

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