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Reportage

Ralf Stegner empört, weil AfD „mehr Demokratie wagen“ will

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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ralf stegner afd mehr demokratie wagen
Die AfD will etwa mithilfe von Volksabstimmungen mehr Demokratie wagen. Dass sie dabei ein Zitat von Willy Brandt verwenden findet SPD-Vize Ralf Stegner unverschämt und lächerlich. (Screenshot: YouTube/SPD Schleswig-Holstein)

SPD-Vize Ralf Stegner ist empört, weil die AfD in einer Kampagne ein Zitat des früheren SPD-Bundeskanzlers Willy Brandt nutzen will: Mehr Demokratie wagen! 

ralf stegner afd mehr demokratie wagen
Die AfD will etwa mithilfe von Volksabstimmungen mehr Demokratie wagen. Dass sie dabei ein Zitat von Willy Brandt verwendet, findet SPD-Vize Ralf Stegner unverschämt und lächerlich. (Screenshot: YouTube/SPD Schleswig-Holstein)

Die AfD will die Bürger über ihr neues Grundsatzprogramm informieren. In Bayern läuft diese Kampagne unter der Überschrift „Mehr Demokratie wagen!“ Das ist ein berühmtes Zitat des früheren SPD-Bundeskanzlers Willy Brandt. Führende Sozialdemokraten geben sich empört.

„Sich für ihre üble Propaganda gegen die Interessen der Bürgerinnen und Bürger ein sozialdemokratisches Gütesiegel zu klauen, ebenso unverschämt wie lächerlich“, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner dem Handelsblatt.

„Der Antifaschist, Flüchtling und spätere Parteivorsitzende der SPD, Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt hätte für so einen rechtspopulistischen Haufen allenfalls Verachtung übrig gehabt.“

„Antieuropäisch, intolerant, gegen Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, unsozial und rechts – all das was die Rechtspopulisten von der AfD vertreten, ist das Gegenteil dessen, wofür die Sozialdemokratie seit 152 Jahren einsteht.“

Die Genossen unterstützen Ralf Stegner

Noch mehr Schaum vor dem Mund als Ralf Stegner hat Johannes Kahrs, der Sprecher des Seeheimer Kreises in der SPD. Er sagte dem Handelsblatt: „Dass eine rechtsradikale Partei Willy Brandt missbraucht, ist unanständig, politisch pervers und dumm. Willy Brandt hätte diese Partei verachtet und bekämpft.“

Die Bundesvorsitzende der Jusos, Johanna Uekermann, hat wohl das Interview mit Karl Kardinal Lehmann gelesen, nach dessen Ansicht die AfD für Christen nicht wählbar ist. Die SPD-Frau sagte: „Die AfD stellt eine Gefahr unserer Grundrechte dar und ist zutiefst demokratiefeindlich. Wer die AfD unterstützt, paktiert mit dem rechten Teufel.“

So will die AfD mehr Demokratie wagen

„Ein großer Staatsmann gehört allen Deutschen und nicht irgendeiner Partei“, sagte die AfD-Vizechefin Beatrix von Storch. Sie nannte es eine „Selbstverständlichkeit, dass ihre Partei ihr Programm unter die Leute bringt. Dazu gehört auch die Forderung, Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild einzuführen.

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Thomas Breithaupt

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