Reportage
Quedlinburg empfängt Merkel mit Pfeifkonzert
Erneut hat es lautstarke Proteste gegen einen Wahlkampfauftritt von Angela Merkel gegeben. In Quedlinburg in Sachsen-Anhalt wurde die Kanzlerin mit einem Pfeifkonzert und Protestrufen empfangen.
Am Samstag ist ein Wahlkampfauftritt von Angela Merkel in Quedlinburg von Protesten begleitet worden. Die Bundeskanzlerin sah sich beim Wahlkampfauftakt des CDU-Landesverbandes Sachsen-Anhalt mit einem Pfeifkonzert und Protestrufen konfrontiert.
Die protestierenden Bürger trugen AfD-Plakate sowie handgemalte Schilder mit Aufschriften wie „Merkel muss weg“ oder „Danke Merkel“ mit aufgemalten Blutspritzern, berichtet die WELT. Angela Merkel sagte im Hinblick auf die Proteste:
Manche glauben, dass man die Probleme der Menschen in Deutschland mit Schreien bewältigen und lösen kann. Ich glaube das nicht und gehe davon aus, die Mehrheit heute hier auf diesem Platz auch nicht.
Laut CDU waren rund 3.000 Menschen auf den Marktplatz von Quedlinburg im Harz gekommen.
Merkel sagte, sie setze sich besonders für gleichwertige Lebensverhältnisse auf dem Land und in den Städten ein. Immerhin lebten in Deutschland 50 Prozent der Menschen im ländlichen Raum. In Sachsen-Anhalt sind es sogar noch mehr.
Zum Thema Migration sagte die Kanzlerin: „Wir wissen, dass sich ein Jahr wie 2015 nicht einfach wiederholen darf.“ In den kommenden Jahren bestehe die Aufgabe der Deutschen darin, die Flucht- und Vertreibungsursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen.
Zuletzt ist es wiederholt zu Protesten gegen Wahlkampfauftritte der Bundeskanzlerin gekommen. So riefen ihr in der vergangenen Woche Bürger im sächsischen Annaberg-Buchholz „Volksverräter“ und „Widerstand“ entgegen.
Am Dienstag wird Merkel in Bitterfeld-Wolfen zu einem weiteren Wahlkampfauftritt in Sachsen-Anhalt erwartet. In Wahlumfragen liegen die Unionsparteien derzeit deutlich vorn. Unklar ist, ob es für ein Bündnis mit der FDP reichen wird.


