Reportage
Mieten in Berlin werden künftig nicht noch teurer
Die Zuwanderung in die deutschen Großstädte ist rückläufig. Daher erwartet der „Rat der Immobilienweisen“, dass Mieten und Kaufpreise künftig nicht noch weiter steigen werden. Insbesondere in Berlin sei eine Trendwende abzusehen.

Die Preisexplosion bei Mieten und Eigentumswohnungen in den deutschen Großstädten könnte bald vorbei sein. Dies geht aus dem Frühjahrsgutachten „Rates der Immobilienweisen“ hervor, in dem spezialisierte Forschungs- und Beratungsfirmen vertreten sind.
Berlin, München und Hamburg seien lange gewachsen, so die Experten. Doch inzwischen sei der „Wanderungsgewinn“ dieser Städte rückläufig. Der Zuzug in die Metropolen lasse nach. Zugleich würden mehr Wohnungen gebaut.
„Es sieht alles danach aus, dass der Schwarm weiterzieht – in günstigere Städte“, zitiert die B.Z. Harald Simons vom Beratungsunternehmen Empirica. Zugleich steigen die Baugenehmigungen für den Wohnungsneubau rasant, vor allem auch in Berlin und Hamburg.
Als Ergebnis einer rückläufigen Zuwanderung und eines steigenden Angebots rechnen wir in Berlin und München und möglicherweise auch in Hamburg zukünftig nicht mit weiter steigenden Neuvertragsmieten.
Und wenn die Mieterträge nicht mehr steigen, dann sind auch die aktuellen Kaufpreise nicht mehr zu halten. „Nach unserem Dafürhalten ist in Berlin sicherlich, in München wahrscheinlich und in Hamburg und Frankfurt möglicherweise mit einem Trendbruch bei den Kaufpreisen zu rechnen.”
Laut den „Immobilienweisen“ sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen 2016 im bundesweiten Durchschnitt um 8,4 Prozent gestiegen. Im Jahr davor waren es 7,7 Prozent gewesen.
Die Mieten bei neu abgeschlossenen Mietverträgen hingegen stiegen im letzten Jahr nur noch um 2,6 Prozent. Dies ist ein Rückgang zum Jahr 2015, als die Experten noch ein Mietpreisanstieg von 3,4 Prozent verzeichnet hatten.


