Reportage
Menschenkette gegen Rassismus vereint Schwule und Muslime
Am Sonntag bildeten Tausende Menschen in Berlin eine Menschenkette gegen Rassismus. Mit dabei waren der Zentralrat der Muslime und der Lesben-und Schwulenverband. Ihr gemeinsamer Feind sind die Rechtspopulisten.

Mehrere Tausend Menschen bildeten am Sonntagnachmittag in Berlin eine 6,5 Kilometer lange Menschenkette. Sie waren dem Aufruf des Bündnisses „Hand in Hand gegen Rassismus“ gefolgt, das sich „für Menschenrechte und Vielfalt“ starkmacht. Zu den Unterstützern zählen unter anderem
- Amnesty International,
- Diakonie Deutschland,
- Pro Asyl,
- Brot für die Welt,
- der Deutsche Gewerkschaftsbund,
- die Naturfreunde Deutschlands,
- der Zentralrat der Muslime und
- die Union progressiver Juden in Deutschland.
Menschenkette mit 9.000 Menschen
Die Menschenkette startete nach einer Auftaktkundgebung am Oranienplatz in Kreuzberg in zwei Richtungen. Richtung Osten ging es zu einer Flüchtlingsunterkunft in der Zeughofstraße. Richtung Westen ging es bis zum Roten Rathaus in Mitte. Nach Angaben der Organisatoren nahmen rund 9.000 Menschen daran teil.
Zu den Rednern auf dem Oranienplatz gehörte auch der Berliner Landesbischof Markus Dröge. Marion Lieser, Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, einem Trägerverein des Bündnisses, ging es bei der Aktion vor allem um das Grundrecht auf Asyl für Flüchtlinge. „Menschenrechte stehen nicht zur Verhandlung“, zitiert sie die Berliner Morgenpost.

Schwule für Muslime und gegen Rassismus
Der Lesben-und Schwulenverband Deutschland hatte die Menschenkette ausdrücklich unterstützt. „Denn Rechtspopulisten und organisierte Rechtsextreme geben sich als ‚das Volk’, als Vertretung ‚der schweigenden Mehrheit’ aus und hetzen gegen Flüchtlinge, Muslime und Minderheiten. Es reicht!“, heißt es auf der LSVD-Webseite.
Henny Engels vom Lesben-und Schwulenverband Deutschland (LSVD) sagte: „Rassismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das können wir nicht tolerieren.“ Der Islam ist beim LSVD offenbar noch immer kein Thema, obwohl Homosexualität in zwölf muslimischen Ländern mit der Todesstrafe geahndet wird, wie FerryHouse berichtet.
Bereits am Samstagabend hatten am Brandenburger Tor rund 5.000 Menschen um die Toten von Orlando getrauert, die bei einem muslimischen Terroranschlag getötet worden waren. Die Trauernden verurteilten Homophobie und Hass.


