Reportage
Martin Schulz will SPD-Kanzlerkandidat 2017 werden
Martin Schulz soll Frank-Walter Steinmeier als Bundesaußenminister ersetzen. Doch der EU-Parlamentschef will nur dann nach Berlin kommen, wenn er im kommenden Jahr für die SPD Kanzlerkandidat sein darf.

CDU-Chefin Angela Merkel und SPD-Chef Sigmar Gabriel haben sich darauf geeinigt, dass Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) Anfang kommenden Jahres der nächste Bundespräsident werden soll. Doch diese Personalentscheidung hat nun auch Auswirkungen darauf, wer für die SPD als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf 2017 zieht.
Das Auswärtige Amt hat EU-Parlamentschef Martin Schulz (SPD) vorgeschlagen, Bundesaußenminister zu werden, wenn Frank-Walter Steinmeier (SPD) Bundespräsident wird. Doch der derzeitige Präsident des EU-Parlaments will vor allem Bundeskanzler werden.
Martin Schulz will SPD-Kanzlerkandidat sein
Martin Schulz wisse aber nicht, ob er mit dieser Forderung nicht möglicherweise zu hoch pokere. Dies will die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus dem SPD-Teil der Bundesregierung erfahren haben. In der SPD-Parteizentrale hingegen hat man dieser Darstellung am Donnerstag widersprochen.
Wahr ist, dass Marin Schulz seit Monaten Interesse an der SPD-Kanzlerkandidatur anmeldet. Ursprünglich galt dies als Alternative für den Fall, dass SPD-Chef Sigmar Gabriel erneut vor der Rolle als Spitzenkandidat seiner Partei im Bundestagswahlkampf zurückschreckt. Gabriel wollte eigentlich erst Anfang nächsten Jahres über die Kanzlerkandidatur entscheiden.
Doch Martin Schulz will jetzt eine Entscheidung, und er will mehr sein als nur eine Notlösung. Noch ist er offiziell Kandidat seiner Fraktion im EU-Parlament in Straßburg für eine weitere Amtszeit als Parlamentschef. In Brüssel heißt es, wenn Schulz nicht Kanzlerkandidat werden kann, dann wolle er lieber sein bisheriges Amt behalten.


