Reportage
Das Klima ist die größte Sorge der Deutschen
Fast drei Viertel der Deutschen sagen, dass sie sich besonders große Sorgen um das Klima machen. Mit anderen Themen wie Altersarmut, Kriminalität, Terror oder Zuwanderung kann man derzeit offenbar keine Wahlen gewinnen.

Knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl haben die Meinungsforscher von Kantar Emnid im Auftrag der Berliner Morgenpost ermittelt, welche Themen den Deutschen die größten Sorgen bereiten. Die Befragten sagten, was ihnen persönlich besonders große Sorgen bereitet – mit folgendem Ergebnis:
- 71 Prozent: die Veränderung des Weltklimas
- 65 Prozent: neue Kriege
- 63 Prozent: Terroranschläge
- 62 Prozent: Kriminalität
- 59 Prozent: Altersarmut
- 45 Prozent: Zuwanderung
- 33 Prozent: Arbeitslosigkeit
Bei Frauen fürchten sogar 76 Prozent den Klimawandel. Besonders groß sind die Klimaängste mit 76 Prozent auch im Osten Deutschlands. Die Umfrage fand am 26. und 27. Juli unter 1000 repräsentativ ausgewählten Bürgern statt. Mehrfachnennungen waren möglich.
„Mit den klassischen Themen sozialer Gerechtigkeit gewinnt man zurzeit keine Wahlen“, sagte Torsten Schneider-Haase, Leiter Politikforschung bei Kantar Emnid. Auch mit dem Thema Zuwanderung kann man derzeit noch weniger punkten. Nur bei AfD-Wählern sind 90 Prozent deswegen besorgt.
Grüne profitieren kaum von Klima-Angst
Auch wenn der Klimawandel die größte Sorge der Deutschen ist, können die Grünen laut aktuellen Wahlumfragen davon kaum profitieren. Bei der am Dienstag veröffentlichen INSA-Umfrage liegen sie nur auf Platz sechs.
- CDU/CSU 37 Prozent (-0,5 gegenüber der Vorwoche)
- SPD 24,5 Prozent (-0,5)
- Die Linke 10 Prozent (-0,5)
- AfD 9,5 Prozent (+0,5)
- FDP 9 Prozent (+0,5)
- Grüne 7 Prozent (+0,5)
- Sonstige 3 Prozent (0)
„Der Kampf gegen den Klimawandel wird als parteiübergreifende Anstrengung begriffen – und nicht allein den Grünen zugeordnet“, sagt Torsten Schneider-Haase, Leiter Politikforschung bei Kantar Emnid. Auch Kanzlerin Angela Merkel wirke bei dem Thema glaubhaft.


