Reportage
Kipping kritisiert Wasserwerfer-Einsatz in Hamburg
Linken-Chefin Katja Kipping hat den „unverhältnismäßigen Wasserwerfer-Einsatz“ beim G20-Gipfel in Hamburg kritisiert, mit dem die Polizei die Lage eskaliere. Mehr als die Hälfte der Linken-Anhänger hält die derzeitigen G20-Aufstände für legitim.
Auch in der Nacht zum Samstag haben Linksextremisten im Hamburger Schanzenviertel ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Mit Sturmgewehren bewaffnete Spezialeinheiten der Polizei mussten anrücken, um die Lage unter Kontrolle bringen. Hunderte Polizisten wurden verletzt.
Nun hat die Linken-Chefin Katja Kipping erneut Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Sie kritisiert all jene, „die eskalieren mit Autos anzünden oder unverhältnismäßigem Wasserwerfer-Einsatz“, zitiert sie das Neue Deutschland. „Wir wollen heute friedlich demonstrieren für eine gerechte Welt und gegen G20.“
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat diese Äußerungen der Linken-Vorsitzenden scharf kritisiert. Der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow sagte am Samstag in Hamburg, die Äußerungen von Katja Kipping hätten bei den Einsatzkräften Empörung ausgelöst.
Kipping: An alle,die eskalieren wollen- Polizei und Autoanzünder: Wir demonstrieren friedlich für eine gerechte Welt pic.twitter.com/gV41eSdRHo
— neues deutschland (@ndaktuell) July 8, 2017
Werte Frau @katjakipping, ohne gewaltbereite Extremisten wären wir Polizisten zuhaus bei unseren Familien. Ihre Denunziation ist erbärmlich. https://t.co/lGL11VN9X7
— GdP Berlin (@GdP_Berlin) July 8, 2017
Wer die Schuld an der Gewalteskalation beim G20-Gipfel in Hamburg bei der Polizei suche, der stelle sich auf eine Stufe mit den Randalierern und Straftätern und mache sich mit ihnen gemein, so der GdP-Bundesvorsitzende.
Von einer gewählten Volksvertreterin, die ihren Eid auf die Verfassung abgelegt hat, derart verunglimpft zu werden, ist für meine nach der Hamburger Krawallnacht zu Tode erschöpften Kolleginnen und Kollegen schlimmer als manche Verletzung.
Doch die Linken-Chefin ist mit ihrer Relativierung der linken Gewalt offenbar nicht allein. Laut einer repräsentativen Umfrage der WELT halten 51,6 Prozent der Linken-Anhänger „die derzeitigen G20-Aufstände für legitime Formen des Protests“.
Auch bei den Grünen-Anhängern finden 26 Prozent die G20-Aufstände legitim, bei den SPD-Anhängern sind 20,9 Prozent. Bei allen anderen Parteien liegt die Zustimmung nur im einstelligen Bereich.


