Reportage
Flüchtlinge in Berlin öfter kriminell als Deutsche
Flüchtlinge in Berlin sind mehr als viermal so oft Tatverdächtige wie hier gemeldete deutsche Staatsangehörige. Dies zeigt die Kriminalitätsstatistik der Polizei Berlin, wonach im letzten Jahr 13 Prozent der Flüchtlinge als Tatverdächtige registriert wurden.

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei in Berlin 9.614 Asylbewerber, Kriegsflüchtlinge und geduldete Menschen als Tatverdächtige. Verstöße gegen das Ausländerrecht wurden dabei noch nicht einmal mitgezählt.
Bei insgesamt knapp 70.000 in Berlin registrierten Flüchtlinge heißt das, dass rund 13 Prozent von ihnen im vergangenen Jahr als Verdächtige erfasst wurden. Unter deutschen Staatsangehörigen in Berlin lag die Quote unterhalb von 3 Prozent.
Und selbst die jungen deutschen Männer unter 21 Jahren waren im letzten Jahr weniger als halb so kriminell wie Flüchtlinge. Denn auch hier lag der Anteil der Tatverdächtigen nur bei etwa 6 Prozent. Und in diese Zahl sind auch Deutsche mit Migrationshintergrund einbezogen.
Diese Zahlen finden sich in der Kriminalitätsstatistik 2016, der bisher nicht veröffentlicht wurde. Doch der Berliner Senat zitierte die Zahlen in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Marcel Luthe.
Nach Ansicht von Marcel Luthe braucht man in der Debatte über Migration objektive Erkenntnisse und Zahlen. Ursachenforschung und Prävention müsse diese Zahlen kennen und berücksichtigen, wenn die Politik angemessen reagieren wolle.
Der FDP-Politiker kritisierte die Position des Bundesinnenministeriums, wonach Zuwanderer nicht krimineller als Deutsche seien. Diese These sei für Berlin angesichts der Zahlen nicht haltbar, zitiert ihn die B.Z.
Richtig ist, dass es in der Gruppe „Zuwanderer” erheblich mehr Tatverdächtige gibt als bei den deutschen Staatsbürgern, und zwar auch unabhängig von Alter und Geschlecht.


