Reportage
EU verbietet Buntstifte und Wasserfarben
Viele Buntstifte, Kreiden und Wasserfarben dürfen ab sofort nicht mehr verkauft werden. Denn die EU hat die Bleigrenzwerte verschärft. Dabei geht sie davon aus, dass Kinder 18 Stifte im Jahr essen könnten.

Viele Bunt-, Filz- und Wachsmalstifte, Malkreiden und Wasserfarben dürfen in der Europäischen Union (EU) ab sofort nicht mehr verkauft werden. Grund sind die stark verschärften Grenzwerte für Blei in Spielwaren.
Buntstifte dürfen demnach nur noch zwei Milligramm Blei pro Kilogramm enthalten statt bisher 13,5 Milligramm. Denn Buntstifte gelten nach EU-Recht als „trockene, brüchige, staubförmige oder geschmeidige“ Spielmaterialien.
Und Wasserfarben dürfen nur noch 0,5 Milligramm Blei pro Kilogramm enthalten statt bisher 3,4 Milligramm. Denn Wasserfarben gelten nach EU-Recht als „flüssige oder haftende“ Spielmaterialien.
Viele Kinder-Farben enthalten den Füllstoff Kaolin und das Weißpigmet Titandioxid, berichtet Bild. Diese Mineralien aus der Erdrinde enthalten von Natur aus geringste Spuren Blei, die chemisch nicht entfernt werden können.
Von dem Verbot betroffen sind vor allem helle Farbtöne, weil diese viel Weißpigmet enthalten. Bei der Berechnung der Blei-Grenzwerte haben die EU-Experten angenommen, dass ein Kind täglich 100 Milligramm des Spielzeugmaterials aufnimmt. Das würde bedeuten, dass ein Kind 18 Stifte im Jahr essen müsste.
Viele Stifte und Farben für Kinder werden im Set verkauft, etwa im Malkasten für die Schule. Doch selbst wenn nur eine Farbe in dem jeweiligen Set den neuen Blei-Grenzwert der EU nicht einhält, so darf das ganze Set nun nicht mehr verkauft werden.
Unter ein EU-Verbot fällt auch die Zucht und Abgabe von 37 fremden Tierarten. So soll die Verbreitung der fremden Tiere in Europa verhindert werden. Daher muss nun etwa der Leipziger Zoo seine chinesischen Kleinhirsche töten und verfüttern.


