Beliebtes Fast Food: 4 von 5 Dönerspießen enthalten Brät

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Das beliebte Fast Food: Vier von fünf Dönerspieße enthalten Brät. (Foto: Brian Jeffery Beggerly)
Das beliebte Fast Food: Vier von fünf Dönerspießen enthalten Brät. (Foto: Brian Jeffery Beggerly)

Dönerspieße: nicht nur Kalbsfleisch

Sie wissen nicht was Brät ist? Hier: zerrissene Skelettmuskulatur, Gefäße, Nerven und Fettgewebe. Eigentlich müsste man sich dazu keine Gedanken machen, denn deutsche Dönerspieße dürfen kein Brät enthalten. Trotzdem findet man das Streckmittel in vier von fünf Dönern. Und das war noch nicht alles.

Jetzt mal abgesehen von Berlins Gemüsekebab: ein Döner ist ein Fleischspieß aus Kalb oder Rind. Und das ist teuer. Glutamat, Brät oder Pute sind als Inhaltsstoffe verboten. Um einen Döner für drei Euro anbieten zu können, muss man tricksen lernen. Im scharfen Konkurrenzkampf  denken die meisten Betreiber von Imbiss-Buden in erster Linie an ihren Profit.

Ein geschultes Auge sollte die Qualität des Fleisches beim bloßen Hinsehen erkennen. Doch oft ist es das Innere, das Döner-Liebhaber erschrecken sollte. Das NDR-Verbrauchermagazins „Markt“ hat stichprobenartig unzählige Dönerspieße auf ihre Inhaltsstoffe getestet; mit einem ernüchterndem Ergebnis.

In Hamburg wurden so genannte Kalbs-Döner auf die von ihnen verwendeten Fleischsorten untersucht. Ein Lebensmittellabor hat bestätigt, dass kein einziger Döner den deutschen Richtlinien des Lebensmittelbuches entspricht. Eigentlich dürfte man den Imbiss in diesen Läden noch nicht einmal „Döner“ nennen, geschweige denn als solchen verkaufen, schreibt die Morgenpost

Brät in vier von fünf Döner

Vier von fünf Kalbsdöner enthielten Brät (also zerrissene Skelettmuskulatur, Gefäße, Nerven und Fettgewebe). Was genau darin enthalten ist kann man nicht sagen, denn Brät kann schlichtweg alles sein. „Sowohl der Zusatz von Putenfleisch, als auch der erhebliche Zusatz von Brät und nicht deklarierten Zusatzstoffen ist im klassischen Döner nicht erlaubt“, so Volkmar Heinke, Lebensmittelchemiker am Landesamt für Lebensmittelsicherheit in Mecklenburg-Vorpommern.

In den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse steht: ein Döner darf bis zu 60 Prozent Hack und Gewürze enthalten, aber kein Brät. Deshalb darf jeder Döner der Brät enthält, nicht als solcher verkauft werden. Das Streckmittel wird als Zusatzstoff in die Fleischmasse mit eingearbeitet und macht den Spieß größer und schwerer. Dönerbuden könnten ihr Produkt höchstens „Drehspieß“ nennen.

Vorschriften werden massiv missachtet

Keiner der von „Markt“ getesteten Betrieben hält sich an die von der Lebensmittelbehörde vorgeschriebenen Leitsätze. Doch ist jeder einzelne Döner-Laden selbst in der Pflicht, den Kunden über vorhandene Inhaltsstoffe zu informieren.

Die Fleischspieße kommen aus dem Großhandel und sind tatsächlich als „Drehspieße“ gekennzeichnet. Sie tragen außerdem den Hinweis, diese Information dem Endverbraucher klarzumachen. Doch die Deklarationspflicht wird von den Läden nicht ernstgenommen – am Ende wird ein Döner verkauft, obwohl er nicht so genannt werden darf.

Auch die Behörden sind wegen der Irreführung der Verbraucher aufmerksam geworden. Nach offiziellen Recherchen sind mehr als 90 Prozent aller Kalbsfleisch-Döner wegen einer Vielzahl von Mängeln beanstandet worden. Imbissbetreiber werden sich im Falle einer Strafverfolgung vor Gericht verteidigen müssen. Ihnen droht eine Geldstrafe und in harten Fällen, sogar bis zu fünf Jahre Knast.

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60 KOMMENTARE

  1. Hier mal ein Bericht aus der Tageszeitung.
    Zitat:
    Berlin…Er ist der größte Döner-Hersteller Europas. Nun muss sich der „Kebab-King“ K. vor Gericht verantworten. Er soll im September 2006 rund 4000 Kilogramm Gammelfleisch in seinem Weddinger Betrieb gelagert haben. Die Staatsanwaltschaft spricht davon, dass das Fleisch „ekelerregend und nicht für den menschlichen Verzehr geeignet“ gewesen sei. Zudem soll der Angeklagte mehrmals Fleisch als Ware aus Berlin und Brandenburg etikettiert haben, welches jedoch offenbar aus dem Ausland stammte. K. soll ferner Fleischspieße falsch deklariert und Etiketten zur Lieferung in die Niederlande gefälscht haben. Am Donnerstag beginnt der Prozess vor dem Moabiter Kriminalgericht.
    Kurz vor Weihnachten 2006 hatten Ermittler des Landeskriminalamtes die Firmen- und Privaträume K.s in Wedding durchsucht und Geschäftsunterlagen sichergestellt. Fünf Tonnen Kalbfleisch wurden sichergestellt, vier Tonnen davon sollen Gammelfleisch gewesen sein.
    Wenige Wochen zuvor war der „Gammelfleisch-Skandal“ an die Öffentlichkeit gelangt. Begonnen hatte er mit der Nachricht, dass im September Lebensmittelkontrolleure auf dem Großmarkt an der Beusselstraße 95 Tonnen Putenfleisch, das aus Italien stammte, beschlagnahmt hatten. Von den 25 entnommenen Proben wurden 19 beanstandet – zwölf davon waren mit Salmonellenkeimen infiziert, wie eine Sprecherin der Gesundheitsverwaltung damals mitteilte. Doch ein Teil der Ware war bereits vor der Kontrolle an Händler in acht Berliner Bezirken sowie nach Brandenburg und nach Schweden geliefert worden. Ob dieses Dönerfleisch auch salmonellenverseucht war, ließ sich nicht mehr feststellen. Die Funde im Beusselmarkt stehen nicht in Zusammenhang mit dem anstehenden Prozess gegen den türkischen Unternehmer.
    K., der seit 37 Jahren in Berlin lebt, beteuerte stets seine Unschuld. Immer wieder wies er darauf hin, dass gegen eine Firma ermittelt werde, die ihm das verdorbene Fleisch geliefert habe. Ein Lebensmittelkontrolleur im Veterinäramt widersprach dem. Die Mitarbeiter seien der Beschwerde eines Kunden nachgegangen. K. warf den Ermittlern jedoch vor, durch die „unbegründeten Vorwürfe“ die ganze Branche zu ruinieren. Seit Jahren mache sich K. dafür stark, ein „Döner-Zertifikat“ einzuführen, demnach ausschließlich Fleisch vom Kalb, Rind und Lamm verwendet werden dürfe. Doch das Vorhaben gestaltet sich organisatorisch offenbar schwieriger als zunächst erwartet. Später hatte der Unternehmer über die Medien verbreiten lassen, dass jeder, der sehen wolle, wie in seiner Fabrik gearbeitet wird, die Produktion „ohne Voranmeldung“ besichtigen könne. In diesem Jahr will K. in Istanbul die „größte Dönerfabrik Europas“ mit 250 Mitarbeitern eröffnen.

  2. wer aus gammelfleisch skandalen nichts gelernt hat ist halt nur ein dummer konsument ohne rückrad. schaut euch doch mal diese buden an.da hängen riesenspiesse die meist nicht am gleichen tag verkauft werden und eigentlich entsorgt werden müßen.fehlanzeige , nächsten tag hängt der dreck wieder am spiess.guten appentit

  3. Bei Galileo auf Pro7 gab es mal eine Doku dazu. Da wurden teilweise die Döner halb mit Brät und halb mit Fleisch gefertigt. Die teureren Döner nur mit Fleisch. Deshalb bin ich überrascht das Brät gänzlich verboten sein soll. Wer einen guten Döner will darf nicht den billigsten für 3€ oder weniger nehmen.
    Brät findet man ja auch in Wiener Würstchen und vielen anderen Produkten.

  4. Ich esse schon lange keinen Döner mehr, ich unterstütze keine industrielle Massentierquälerei mittels Schächten, nur weil ein paar Steinzeitmenschen der Meinung sind, dass nur dann das Fleisch gut ist, wenn das Tier vorher möglichst lang gelitten hat.

  5. Schon seit Jahren esse ich den Fraß nicht mehr, dann lieber ein Gyros, auch wenn ich etwas weiter fahren muß. Generell kaufe ich nicht mehr bei Türken, seien es Autoreifen, Gemüse oder was auch immer.
    Bei Stichproben in Wien ketztes Jahr war nahezu die Hälfte der Proben mit Fäkalkeimen verseucht !
    Guten Appetit !

  6. fast alle kebapläden in deutschland betreiben geldwäsche für die pkk das sind kurdische terorristen kebapläden werden schon lange nicht mehr von türken betrieben

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