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Reportage

Stirbt der Berliner Dialekt langsam aus?

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Berliner Dialekt Heinrich Zille
Berlin durch die Augen des Berliner „Pinselheinrich“ genannten Malers Heinrich Zille. (Screenshot: YouTube)

Nach Ansicht von Sprachforschern stirbt der Berliner Dialekt langsam aus. Doch Buchautor Joachim Schaffer-Suchomel kann sich das nicht vorstellen. „Berlin ist schon immer eine Stadt mit viel Zuzug gewesen.“ Der Dialekt aber blieb.

Berliner Dialekt Heinrich Zille
Berlin durch die Augen des Berliner „Pinselheinrich“ genannten Malers Heinrich Zille. (Screenshot: YouTube)

Der Berliner Dialekt entwickelt sich bereits seit dem Jahr 1237, als Berlin erstmals urkundlich erwähnt wurde. Richtig bekannt wurde er dann um 1920 mit dem Berliner Maler Heinrich Zille. Doch nun stirbt das Berlinern nach Ansicht von Sprachforschern langsam aus.

Die Berliner Schnauze wurde schon immer auch von den vielen auch fremdländischen Zuwanderern geformt. Sie kamen aus flämischen Gebieten und dann unter anderem aus Sachsen und Schlesien.

Berliner Dialekt hat viele fremde Einflüsse

Die Hugenotten, protestantische Glaubensflüchtlinge aus Frankreich, sorgen ab dem Jahr 1700 für die Boulette, die sich vom französischen Wort für „Ball“ ableitet. Und die Redensart „Mir is janz blümerant“ kommt von „bleu mourant“, Französisch für „blassblau“.

Auch jüdische Einflüsse belebten das Berlinerische. Die Redensart „Det zieht wie Hechtsuppe“ stammt von „hech supha“, Jiddisch für „Sturmwind“ ab. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verbreitete sich der Berliner Dialekt auch ins Umland.

Zweiter Weltkrieg und Wende

Im Jahr 1949 gab es einen ersten Sprach-Knick, zitiert die Berliner Zeitung den Sprachforscher und Buchautor Joachim Schaffer-Suchomel. „Nach dem Krieg wanderten viele Ur-Berliner aus oder waren in Schlachten gefallen“

Den zweiten Knick gab es dann im Herbst 1989, als viele eingefleischte Ur-Berliner flüchteten. „Das dann aufblühende neue Berlin zog immer mehr Neu-Berliner an. Die Stadt wurde bunter und multikulti, was wieder neue Berlin-Fans an die Spree lockte“, sagt der Sprachforscher.

Dass der Berliner Dialekt mal verschwindet, das kann sich Joachim Schaffer-Suchomel selbst heute nicht vorstellen. „Berlin ist schon immer eine Stadt mit viel Zuzug gewesen und trotzdem blieb der Dialekt immer erhalten.“

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