Reportage
Merkel mit 96 Prozent als Direktkandidatin nominiert
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist von der CDU-Basis in ihrem Wahlkreis in Vorpommern als Direktkandidatin für die Bundestagswahl nominiert worden. In geheimer Abstimmung erhielt sie knapp 96 Prozent der Stimmen.

Am Samstag in Grimmen nominierte die Parteibasis Angela Merkel als CDU-Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis 15 Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I. Die Parteichefin erhielt in geheimer Abstimmung 165 von 173 Stimmen. Sie bedankte sich für das „überwältigende Vertrauen“.
Allerdings war sie bei der Nominierung vor vier Jahren noch auf 100 Prozent gekommen. Der CDU-Kreischef und Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Harry Glawe, sprach dennoch von einem sehr guten Ergebnis und sagte: „Die Basis steht geschlossen hinter Angela Merkel“, zitiert ihn die NOZ.
Die Bundeskanzlerin zog in ihrer Bewerbungsrede in Grimmen eine positive Bilanz ihrer Regierungszeit. So habe der Bund keine neuen Schulden gemacht und die Grundzüge für einen neuen Bund-Länder-Finanzausgleich festgelegt. Die ländlichen Räume profitierten vom Breitbandausbau, in den der Bund vier Milliarden Euro investiere.
Zudem verteidigte die CDU-Chefin das Türkei-Abkommen zur Eindämmung der illegalen Migration. Schleppern und Schleusern habe man mit dem Abkommen auf dieser Route das Handwerk gelegt.
Seit ihrer ersten Bundestags-Nominierung im Jahr 1990 hat Angela Merkel jedes Mal das Direktmandat im dem Wahlkreis geholt, zu dem die Insel Rügen, Stralsund und seit 2013 auch Greifswald gehören. Bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2013 gewann sie den Wahlkreis mit 56,2 Prozent der Erststimmen.
Doch diesmal droht die Bundeskanzlerin ihren eigenen Wahlkreis an die AfD zu verlieren, die dort bei der letzten Landtagswahl Anfang September vor der CDU gelandet war. Als Kandidaten hat der AfD-Landesverband in Angela Merkels Wahlkreis den Chef der AfD-Fraktion im Schweriner Landtag Leif-Erik Holm nominiert.


