Reportage
AfD will Rentenversicherung auch für Selbstständige und Beamte
AfD-Chefin Frauke Petry hat vorgeschlagen, wie in der Schweiz künftig auch Selbständige und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung zu zwingen. Die zusätzlichen Beitragszahler sollen das marode gesetzliche Rentensystem retten.

Bisher müssen nur Angestellte in die Rentenkasse einzahlen. Doch die AfD will künftig auch Selbständige und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung zwingen. Als Vorbild dient dabei das Schweizer System.
„Wir halten den Schweizer Weg für sinnvoll, auch Menschen mit höherem Einkommen in die Rentenversicherung einzahlen zu lassen“, sagte die Parteivorsitzende Frauke Petry (41) im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Rentenversicherung wie in der Schweiz
In der Schweiz müssen alle Bürger ab dem 20. Lebensjahr in die staatliche Rentenkasse einzahlen, egal ob sie Angestellte oder Selbstständige sind. Der Beitragssatz liegt derzeit bei 16,8 Prozent. Das ist etwas weniger als der Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung in Deutschland von 18,7 Prozent.
Anders als in Deutschland ist der Beitragssatz zur Rentenversicherung nicht nach oben gedeckelt. Dadurch werden Menschen mit höheren Einkommen teils sehr stark belastet. Derzeit werden in der Schweiz relativ zu den Lebenserhaltungskosten relativ bescheidene Renten bezahlt.
AfD und Grüne sind sich einig
Die AfD-Chefin distanzierte sich von eigenen Äußerungen, wonach man über eine weitere Kürzung der Renten reden müsse. „Wir sind für Renten, von denen alle leben können, und wir kritisieren, dass immer weniger Menschen in die Rentenversicherung einzahlen.“
Zu Einzelheiten des AfD-Konzepts wollte sich die AfD-Chefin sich noch nicht äußern. Das Grundsatzprogramm der AfD enthält zum Thema Rente lediglich die Forderung, dass Kinderzahl und Erziehungszeiten bei der Rentenberechnung stärker berücksichtigt werden.
Auch die Vizefraktionschefin der Grünen Kerstin Andreae hatte bereits Anfang Mai vorgeschlagen, dass auch Selbstständige in die gesetzliche Rente einbezogen werden sollen. Ihr Ziel ist dasselbe wie bei der AfD. Die rund 2,3 Millionen zusätzlichen Beitragszahler sollen das marode staatliche Rentensystem retten.


