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Reportage

Terrormiliz IS verliert Boden und seine Hauptgeldquelle Öl

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Die Terrormiliz Islamischer Staat IS ist vor den kurdischen Truppen und der irakische Armee sowie der westlichen Allianz auf dem Rückzug. Sie hintelässt Massengräber und verbrannte Ölfelder. (Foto: Youtube/MrWissen2go)
Die Terrormiliz Islamischer Staat IS ist vor den kurdischen Truppen und der irakische Armee sowie der westlichen Allianz auf dem Rückzug. Sie hintelässt Massengräber und verbrannte Ölfelder. (Foto: Youtube/MrWissen2go)
Die Terrormiliz Islamischer Staat IS ist vor den kurdischen Truppen und der irakische Armee sowie der westlichen Allianz auf dem Rückzug. Sie hintelässt Massengräber und verbrannte Ölfelder. (Foto: Youtube/MrWissen2go)

Während die Terrormiliz Islamischer Staat in Europa Progagandasiege feiert (Tote in Paris, Ausnahmezustand in Brüssel, Razzien nach Bombenlegern in Berlin),  verliert sie zu Hause gegen die irakische Armee und die kurdische Peschmerga an Boden und jüngst sogar die Kontrolle über Ölfelder – ihrer Hauptgeldquelle.

Die kurdischen Peschmerga eroberte wichtige Gebiete im Norden und die irakischen Streitkräfte im Raum Tikrit im Süden des Irak zurück. Mindestens drei große Ölfelder soll der IS dadurch verloren haben. Zwei von ihnen, die nordöstlich von Tikrit liegen, sollen die IS-Kämpfer zuvor in Brand gesetzt haben. Fördereinrichtungen seien gesprengt worden, Satellitenbilder hätten im vergangenen Monat zahlreiche Brände gezeigt.

Nach Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes BND beweise dies, dass der IS selbst nicht an eine schnelle Rückeroberung glaube, wie verschiedene Medien übereinstimmend aus einem „Sonderbericht“ für die Bundesregierung zitieren.

Nach Einschätzung des BND habe die Dschihadistenmiliz IS eine seiner wichtigsten Einkommensquellen verloren. Demnach könne der IS kaum noch Öl verkaufen und habe sogar Mühe, die „Eigenversorgung“ in dem von ihm ausgerufenen radikalislamischen Kalifat aufrechtzuerhalten.

In den befreiten Gebieten wurden Massengräber entdeckt.

Nach der Befreiung der Stadt Tikrit machten irakische Soldaten einen grausigen Fund: Sie entdeckten 12 Massengräber, in denen sich bis zu 1.700 Leichen befinden.

Die Extremisten des IS hatten im Juni 2015 den Militärstützpunkt-Speicher nahe der Stadt Tikrit gestürmt und anschließend hunderte Rekruten hingerichtet. Die meisten Opfer waren Schiiten.

Als die ersten drei leblosen Körper gefunden wurden, begrüßten zehn Soldaten die Toten, indem sie sieben Schüsse in die Luft abfeuerten. Die Nationalhymne wurde gespielt, während die Iraker zu weinen begannen. Inzwischen kommen viele trauernde Iraker an den Gräbern zusammen, um über den Körpern zu beten. Die menschlichen Überreste sollen zurück nach Bagdad gebracht werden. Nach und nach sollen sie anhand von DNA-Tests identifiziert werden. Es könne jedoch noch Wochen dauern, bis alle Leichen ausgegraben sind, teilte der Direktor der irakischen Leichenhalle mit. Die Organisation Human Rights Watch bezeichnete das Massaker als „größten gemeldeten Vorfall“ im Zusammenhang mit dem IS.

Im Inneren des IS sollen die Kommandeure längst nicht so gut gelaunt sein, wie manche ihrer Kämpfer zu vermitteln versuchen. „Die Lage des IS ist komplex“, sagt der Journalist und IS-Experte Michael Weiss, Ko-Autor des New-York-Times-Bestsellers ISIS: Inside the Army of Terror, das als englisches Taschenbuch im Februar 2015 erschienen ist. „Einerseits verbucht er tatsächlich Erfolge dabei, den Westen zu spalten und sein Gedankengut zu verbreiten. In manchen Ländern wie Afghanistan, Jemen und Libyen breitet die Organisation sich aus. Im Kerngebiet, in Syrien und im Irak, sieht es dagegen eher schlecht aus für den IS.“

Hasnain Kazim, Korrespondent von SPIEGEL ONLINE mit Sitz in Istanbul, berichtete am Donnerstag, 17. Dezember 2015: „Aus der IS-Hauptstadt Rakka ist zu hören, die Mächtigen seien ’nervös‘ und bereiteten sich auf eine militärische Offensive der internationalen Anti-IS-Koalition zur Rückeroberung der Stadt vor. Ebenso rechnen die Dschihadisten mit dem Versuch, die Stadt Mossul im Westen des Irak zurückzuerobern. Gerüchte darüber kursieren schon seit Monaten. Aussagen wie die der IS-Anhänger vom bevorstehenden Sieg dienen offensichtlich dazu, die Stimmung unter den Kämpfern zu verbessern.“

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Thomas Breithaupt

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