Berlin Journal

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Reportage

Hipsterquartier Neukölln: Mieten erreichen Dahlem-Niveau

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Economist Dr. Philipp Deschermeier Foto: IW Köln

Mit Angebotsmieten von knapp 10 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche hat Berlin Neukölln im letzten Jahr beinahe das Mietniveau der Szene-Bezirke Prenzlauer Berg (10,35 Euro pro Quadratmeter), Friedrichshain (10,65 Euro pro Quadratmeter) und im feinen Dahlem (10,92 Euro pro Quadratmeter) erreicht. In Neukölln zogen die in den Inseraten auf ImmobilienScout24.de ausgewiesenen Mietpreise seit 2014 um 70 Prozent und damit am stärksten in ganz Berlin an.

Das zeigt eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zur Mietpreisdynamik in Berlin. Neukölln – lange als Berlins Problembezirk abgeschrieben – ist heute damit das Hipsterquartier der Hauptstadt. Zählte Neukölln bei den Angebotsmieten vor 5 Jahren noch zu den günstigsten 40 Prozent Berlins, gehört der Bezirk heute zu den teuersten 20 Prozent.

Das Beispiel zeigt: Innerhalb kurzer Zeit kann sich die Bewertung einer Wohnlage deutlich verändern. Die Mietpreisbremse,  also der Mietspiegel, an dem sich die Quadratmeterpreise bei Neuvermietungen orientieren müssen, ist oft nicht aktuell und trägt dieser Dynamik allerdings in keiner Weise Rechnung.

Demnach darf die Miete bei Neuvergabe einer Wohnung maximal 10 Prozent über der „ortsüblichen Vergleichsmiete“ liegen. Das Problem: Die Daten dieser Vergleichsmieten sind bis zu vier Jahre alt. „Heute angesagte Gegenden sind in den Mietspiegeln vielleicht noch als sozialer Brennpunkt eingepreist. Die Vermieter können also längst nicht so viel für ihre Wohnungen verlangen, wie gerechtfertigt wäre“, erklärt IW-Immobilienexperte Dr. Philipp Deschermeier gegenüber dem Berlin Journal.

Eine mögliche Folge: Investoren werden verschreckt und Vermieter verkaufen ihre Immobilien lieber als Eigentumswohnungen, wodurch es immer weniger Mietwohnungen gibt.

Um das zu verhindern, fordert das IW Köln von der Politik, den Mietspiegel mindestens alle zwei Jahre anhand aktueller Daten und angemessener Klassifikationen der Lage neu zu berechnen.

Die teuersten Ecken Berlins sind aber immer noch Mitte mit 12,58 Euro Angebotsmieten pro Quadratmeter Wohnfläche, das Hansaviertel (11,61 Euro), Grunewald (11,53 Euro), Tiergarten (11,37 Euro) und Kreuzberg (11,28 Euro).

Die günstigsten Mietwohnungsangebote bekommt man in den Plattenbauten von Marzahn (6,05 Euro) und im Falkenhagener Feld (6,38 Euro) in Spandau.

 

 

 

 

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