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Reportage

Straßenmusikerin muss 1.000 Euro Bußgeld zahlen

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Elen Wendt Alexanderplatz Berlin Bußgeld
Elen Wendt muss wegen ihrer Auftritte vor dem Kaufhof am Alexanderplatz ein Bußgeld zahlen. (Screenshot: YouTube/)

Die Berliner Straßenmusikerin Elen Wendt muss 1.000 Euro Bußgeld zahlen. Denn bei ihren Auftritten auf dem Alexanderplatz stellte sie einen Verstärker und einen Gitarrenkoffer auf die Straße.

Elen Wendt Alexanderplatz Berlin Bußgeld
Elen Wendt muss wegen ihrer Auftritte vor dem Kaufhof am Alexanderplatz ein Bußgeld zahlen. (Screenshot: YouTube/mangomotion76)

Die Singer-Songwriterin Elen Wendt aus Wedding spielt schon seit dem Jahr 2008 auf den Straßen von Berlin. Nun wurde sie wegen ihrer Auftritte am Brunnen der Völkerfreundschaft auf dem Alexanderplatz von einer Amtsrichterin zu einer Geldbuße von 1.000 Euro verdonnert.

Mit öffentlichen Auftritten in Mitte habe Elen Wendt „vorsätzlich gegen das Berliner Straßengesetz“ verstoßen, zitiert die B.Z. aus der Begründung der Amtsrichterin. Grund für die Geldbuße sind ihr Mini-Verstärker und ihr Gitarrenkoffer, die auf der Straße stehen. Dafür brauche sie dafür eine „Sondernutzungserlaubnis“.

Ordnungsamt gegen Elen Wendt

Diese Erlaubnis könnte ihr aber nur das Bezirksamt Mitte ausstellen. Und das weigert sich und verhängt stattdessen immer neue Bußgelder gegen die Musikerin. Die Auftritte der Musikerin auf dem Alexanderplatz sind dem Bezirksamt Mitte ganz offensichtlich ein Dorn im Auge: „Lärm!“, „Unerlaubte Bodennutzung!“ und „Platzverweis!“

„Sie stand Alex vorm Kaufhof, am Nuttenbrosche-Brunnen verstand man kein Wort mehr“, sagte im Prozess ein Zeuge vom Ordnungsamt. „Die Alex-Sparkasse ruft uns regelmäßig wegen Musiker-Krach“, sagte ein anderer. „Verstärker sind nicht erlaubt, also ist es Lärm“, sagte eine dritte Zeugin vom Ordnungsamt.

Zwar hatte niemand ein Messgerät dabei. Doch ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes sagte: „Wir verlassen uns auf unsere Ohren.“ Die Richterin hält Elens Musik nicht für Lärmbelästigung. Wegen fehlender Beweise spricht sie die Musikerin in diesem Punkt frei.

„Klagen Sie vorm Verwaltungsgericht!“

Doch für das „Abstellen von Gegenständen auf der Straße“, gemeint sind ihr Verstärker und ihr Gitarrenkoffer, brauche sie die Sondergenehmigung. „Klagen Sie vorm Verwaltungsgericht, wenn Sie die nicht kriegen“, sagt die Richterin. Doch das ist teuer. Und Elen Wendt hat noch vier weitere Bußgeldbescheide bekommen.

Elen Wendt nimmt mit ihrer Straßenmusik rund 1.000 Euro im Monat ein. Davon zahlt sie Miete und Steuern. Zudem geht 1 Euro vom Verkauf jeder CD geht ans Jugendwerk ARCHE und an Kinder-Hospize.

Im Jahr 2011 war Elen Wendt Teilnehmerin bei „The Voice of Germany“. Im vergangenen Jahr war sie Opening Act bei Marius Müller-Westernhagen.

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