Reportage
Demonstranten erinnern an ermordete Kommunisten
Rund 10.000 Demonstranten erinnerten am Sonntag an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Gegen Plakate mit Stalin und Mao unternahm die Polizei nichts. Erst mit PKK-Chef Abdullah Öcalan begannen die Ausschreitungen.

Am Sonntag demonstrierten über 10.000 Menschen zur „Gedenkstätte der Sozialisten“ nach Friedrichsfelde. Sie erinnerten damit an die im Jahre 1919 ermordeten KPD-Gründer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.
Angeführt wurde der Demonstrationszug von den Chefs der Linken führten. Es fehlte nur Gregor Gysi, der gerade neu gewählte Führer der Europäischen Linken. Denn er war bei einem Vortrag in Leipzig.
Die Menschen legten Kränze und rote Nelken nieder. Mit Ausnahme von Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine legten die Linken-Chefs auch Blumen am Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus nieder.
Gegen Sonntagmittag demonstrierten dann zwei weitere Aufzüge mit 3.700 Personen vom Frankfurter Tor in Friedrichshain bis zum Friedhof in Friedrichsfelde. Sie trugen auch Plakate mit den Gesichtern der Massenmörder Stalin und Mao sowie Fahnen der DDR und der FDJ.
Diese Dinge sind alle legal. Doch gegen die Plakate mit dem Foto des inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan ging die Polizei vor. Es kam zu Ausschreitungen, einigen Festnahmen und 22 Strafverfahren. Mehrere Polizisten wurden verletzt.
Unter den Demonstranten waren auch viele Delegationen von kommunistischen Parteien Europas. Bei Bratwurst und Glühwein diskutierten unter anderem auch viele frühere SED-Mitglieder auf dem Vorplatz des Zentralfriedhofs.


