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Berliner Taliban Sinan Sefik A. (26) auf Flughafen Tegel verhaftet

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Mit einem 30minütigen Progagandavideo war b der Deutsche Taliban Mujaheddin von 2009 bis 2012 im Internet um deutsche Mitglieder (Videoausschnitt: LiveLeak)
Wie Staatsanwältin Frauke Köhler soeben bekannt gab, gelang am Freitag dem Generalbundesanwalt am Bundesgerichtshof die Festnahme eines seit drei Jahren international gesuchten mutmaßlichen Mitglieds der „Deutschen Taliban Mujahideen“ (DTM).
Mit einem 30minütigen Progagandavideo war b der Deutsche Taliban Mujaheddin von 2009 bis 2012 im Internet um deutsche Mitglieder (Videoausschnitt: LiveLeak)
Mit einem 30minütigen Progagandavideo warb der Deutsche Taliban Mujaheddin von 2009 bis 2012 im Internet um deutsche Mitglieder (Videoausschnitt: LiveLeak)

Die “Deutschen Taliban Mudschaheddin” waren die erste deutsche Dschihad-Gruppierung im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Sie drohte Deutschland mit Terroranschlägen und lockte mehrere Berliner Islamisten nach Waziristan.

Die Bundesanwaltschaft aus Karlsruhe hat am Freitag, 18. Dezember 2015, den 26-jährige deutschen Staatsangehörigen bei seiner Einreise in das Bundesgebiet am Flughafen Berlin-Tegel durch Beamte der Bundespolizei festnehmen lassen.

Grundlage ist ein entsprechender Haftbefehl des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 20. September 2012. Der Beschuldigte ist danach dringend verdächtig, sich als Mitglied der ausländischen terroristischen Vereinigung „Deutsche Taliban Mujahideen“ (DTM) angeschlossen zu haben (§ 129b Abs. 1 i.V.m. § 129a Abs. 1 StGB).

Die Ende September 2009 gegründete Vereinigung „DTM“ verfolgte das Ziel, an der Wiederherstellung eines allein auf dem islamischen Recht (Scharia) basierenden Gesellschaftssystems in Afghanistan mitzuwirken. Zu diesem Zweck bekämpften ihre Mitglieder Angehörige der internationalen Schutztruppe ISAF sowie afghanische und pakistanische Regierungstruppen. Dabei erachteten sie auch Selbstmordattentate als ein legitimes Mittel.

Ende April 2010 kamen mehrere führende Vereinigungsmitglieder ums Leben. Dies führte innerhalb weniger Wochen zur faktischen Auflösung der Vereinigung.

Der aus dem Raum Berlin stammende Beschuldigte steht in dem dringenden Verdacht, sich im Anschluss an seine Ausreise nach Pakistan im Zeitraum von November 2009 bis Februar 2010 im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet von Waziristan aufgrund seiner ideologischen Übereinstimmung und Identifizierung mit den Zwecken und Zielen der „DTM“ als deren Mitglied betätigt zu haben.

Dabei soll er im Rahmen einer Kampfausbildung im Umgang mit Schusswaffen und Sprengstoffen ausgebildet worden sein. Außerdem soll er an der Erstellung eines Propagandavideos mitgewirkt haben, mit dem neue Kämpfer und Unterstützter für die Vereinigung gewonnen werden sollten. Nach Auseinandersetzungen mit anderen Mitgliedern verließ der Beschuldigte etwa im Februar 2010 die Vereinigung.

Der Beschuldigte wurde am Samstag, 19. Dezember 2015, dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihm den Haftbefehl eröffnet und den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat.

Zu Aufstieg und Fall der Deutschen Taliban Mujahideen, die von dem einstigen Saarländer Konvertiten Eric Breininger gegründet worden war, schrieb der deutsche Investigativ-Journalist Florian Flade im Sommer 2012:

“Wir waren zu Beginn sechs Brüder, gründeten die Deutsche Taliban Mujahideen“, heißt es in den Memoiren von Eric Breininger alias “Abdul Ghafar al-Almani”, “somit entstand die erste deutsche Jihad-Gruppe der Welt.” 

Die Gruppe sei gewachsen, berichtet der deutsche Gotteskrieger weiter, und sollte zu “einer Heimat für alle deutschsprachigen Muslime werden, die von überall auf der Welt hierher kommen können um ihre Pflicht Allah gegenüber zu erfüllen, um auf Allahs Weg zu kämpfen”. Das war im September 2009.

Am 28. April 2010 starb Eric Breininger bei einem Feuergefecht mit der pakistanischen Armee. Zwei Jahre später gilt auch Breiningers Gruppe, die “Deutschen Taliban Mudschaheddin” (DTM), als tot.

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