Reportage
Merkel erwartet von türkischstämmigen Bürgern Loyalität zu Deutschland
Kanzlerin Angela Merkel hat türkischstämmige Bürger dazu aufgefordert, Meinungsverschiedenheiten hierzulande friedlich auszutragen. Sie sollten sich loyal zu Deutschland verhalten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (62, CDU) hat von den türkischstämmigen Bürgern Loyalität eingefordert. Mit Blick auf die Erdogan-Demonstrationen der letzten Wochen sagte sie zudem, dass politische Streits hierzulande friedlich ausgetragen werden müssten.
Forderungen aus der CDU, die doppelte Staatsbürgerschaft wieder abzuschaffen, wurden auch mit möglichen Loyalitätskonflikten der Mehrstaatenbürger begründet.
Türkischstämmige Bürger sollen loyal zu Deutschland sein
„Von den Türkischstämmigen, die schon lange in Deutschland leben, erwarten wir, dass sie ein hohes Maß an Loyalität zu unserem Land entwickeln“, sagte Angela Merkel gegenüber den Ruhr Nachrichten.
„Dafür versuchen wir, für ihre Anliegen ein offenes Ohr zu haben, und sie zu verstehen.“ So halte die Bundesregierung einen engen Kontakt mit den Migrantenverbänden.
Meinungsverschiedenheiten friedlich austragen
Wegen der innenpolitischen Konflikte in der Türkei hatte es auch hierzulande Kundgebungen von Anhängern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegeben, wie die Großveranstaltung in Köln.
Vor diesem Hintergrund sagte Angela Merkel: „Die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit gilt in Deutschland für alle, die hier leben, aber natürlich müssen alle ihre Meinungsverschiedenheiten friedlich austragen.“
Gegenüber den Ruhr Nachrichten sagte Merkel auch, dass die deutschen Sicherheitskräfte zur Terrorabwehr neue Befugnisse bekommen müssten. „Da geht es unter anderem um bessere Überwachungsmöglichkeiten im Internet und in den sozialen Netzwerken.“
Am Mittwoch wird das Kabinett den Entwurf für ein neues Zivilschutzkonzept beraten. Es soll die Bürger unter anderem dazu animieren, für den Kriegsfall Lebensmittel- und Trinkwasservorräte anzulegen.


