Reportage
Deutschland, nicht Russland hat die US-Wahlen manipuliert
Noch immer wirft der Westen Russland vor, die US-Wahlen manipuliert zu haben. Doch in Wirklichkeit haben führende westliche Politiker in den US-Wahlkampf eingegriffen, sagt der russische Außenminister Sergei Lawrow.

Seit zwei Monaten werden westliche Politiker und Medien nicht müde zu betonen, dass Russland die Wahlen in den USA zugunsten von Donald Trump „manipuliert“ habe. Sie tun dies ohne Beweise. Statt Beweisen haben sie aber immerhin ein neues Wort geschaffenen: „Fake News“.
Wegen der angeblichen Manipulation der amerikanischen Wahlen durch die Russen hat US-Präsident Barack Obama sogar 35 russische Diplomaten ausgewiesen. Darauf reagierte Russlands Präsident Putin mit Deeskalation. Russland weigere sich auf dieses Niveau abzusinken und werde keine Diplomaten ausweisen, sagte er.
Doch die Vorwürfe gegen Russland in Politik und Medien lassen nicht nach. Und nun reicht es dem russischen Außenminister Sergei Lawrow offenbar. Moskau habe die Anschuldigungen „satt“, sagte er bei der Pressekonferenz nach einem Treffen mit seinem österreichischen Amtskollegen Sebastian Kurz.
Nicht Russland habe in den US-Wahlkampf eingegriffen, so Sergei Lawrow. Vielmehr hätten führende Politiker Großbritanniens, Deutschlands und Frankreichs in die inneren Angelegenheiten der USA „massiv eingegriffen“. Sie hätten für Hillary Clinton Wahlkampf gemacht und Donald Trump offen „dämonisiert“.

Ein Beispiel für die beispiellose Einmischung in einen US-Wahlkampf ist Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der Donald Trump im letzten August einen „Hassprediger“ nannte. Grund für diese Verbalattacke war eine Aussage Trumps, wonach es in London No-Go-Zonen gibt.
Die letzte Attacke der westlichen Medien war eine Reihe von Berichten, wonach Russland belastendes Material gegen Donald Trump in der Hand haben soll. Völlig ohne Beweise erzählten die westlichen Medien angeführt von CNN eine Geschichte über russische Prostituierte, die im Auftrag von Trump in Moskau ekelhafte Dinge getan haben sollen.
Am Dienstag warnte Russlands Präsident Waldimir Putin zudem davor, dass die westlichen Eliten neben ihren „offensichtliche Lügen“ auch einen ähnlichen Putsch wie 2014 in der Ukraine planen könnten. „Ich habe den Eindruck, dass sie in Kiew geübt haben und bereit sind, einen Majdan in Washington zu organisieren“, sagte er.


