Reportage
Wegen dieser Satire bestellte Erdogan den deutschen Botschafter ein
Mit dieser kurzen Satire nahm „extra 3“ den türkischen Präsidenten Erdogan auf die Schippe. Der war so verärgert darüber, dass er den deutschen Botschafter einbestellte.

Eine Satire in der NDR-Sendung „extra 3“ hat den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan (62) offenbar sehr geärgert. Am Dienstag vor einer Woche wurde deswegen sogar der deutsche Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, offiziell ins türkische Außenministerium einbestellt, berichtet SPON.
Die Satire über den türkischen Staatspräsidenten mit dem Titel „Erdowi, Erdowo, Erdogan“ wurde am 17. März im ARD ausgestrahlt. Darin wird er mächtig auf die Schippe genommen und auch in satirischer Schärfe kritisiert. (VIDEO UNTEN)
„Er lebt auf großem Fuß, der Protz vom Bosporus“, heißt es gleich zu Anfang des satirischen Liedes, das auf „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ von Nena beruht. Erdogans Palast wird gezeigt, den er sich in Ankara hat bauen lassen. Dazu heißt es: „Ein protziger Bau mit 1.000 Zimmern, errichtet ohne Baugenehmigung in einem Naturschutzgebiet.“
Erdogan verfolgt kritische Journalisten
Doch vor allem das diktatorenhafte Verhalten des Türken wird in dem Lied thematisiert. „Bei Pressefreiheit kriegt er einen Hals, deshalb braucht er viele Schals.“ Mit einer Reihe von Bildern des türkischen Präsidenten wird dokumentiert, dass er in der Tat über ein beachtliches Schal-Sortiment verfügt. Weitere Textstücke:
- „Ein Journalist, der irgendwas verfasst, was Erdogan nicht passt, ist morgen schon im Knast.“
- „Die Zeit ist reif für sein großosmanisches Reich – Erdowi, Erdowo, Erdogan.“
- „Kurden hasst er wie die Pest, die bombardiert er auch viel lieber als die Glaubensbrüder drüben vom IS.“
Am Ende zeigt der kurzen Satire sieht man den türkischen Präsidenten bei einem missglückten Reitversuch. Sein Pferd springt wie bei einem Western-Rodeo und wirft das türkische Staatsoberhaupt sehr unsanft in den Staub.
Am Wochenende kritisierte Erdogan ausländische Diplomaten, weil sie in der Türkei einen Prozess gegen zwei bekannte kritische Journalisten besucht hatten. Das entspreche nicht dem diplomatischen Protokoll, sagte Erdogan.


