Reportage
Moslem Sadiq Khan zum Bürgermeister von London gewählt

Am Donnerstag wählten die Londoner den Labour-Politiker Sadiq Khan zu ihrem neuen Bürgermeister. Damit hat die britische Hauptstadt zum ersten Mal einen muslimischen Bürgermeister.
Der Muslim Sadiq Khan erhielt rund 44 Prozent der Stimmen und lag damit fast 10 Prozentpunkte vor seinem konservativen Rivalen Zac Goldsmith, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.
Damit stellt die Labour-Partei nach acht Jahren wieder den Bürgermeister in der britischen Hauptstadt. Ansonsten musste die Partei von Jeremy Corbyn bei den Regional- und Kommunalwahlen am Donnerstag aber deutliche Verluste hinnehmen – vor allem in Schottland.
Politiker gratulieren Sadiq Khan
Politiker aus aller Welt gratulierten dem ersten muslimischen Bürgermeister Londons zu seinem Sieg. Frankreichs Premier Manuel Valls beglückwünschte Sadiq Khan zu seinem „herausragenden Sieg“.
Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, schrieb via Twitter: „Gratulation an Sadiq Khan. Ich bin überzeugt, dass die Londoner von seinem Humanismus und seiner Fortschrittlichkeit profitieren werden.“
Der britische Wirtschaftsminister Sajid Javid von den Konservativen, der wie Khan auch pakistanischer Abstammung ist, sagte via Twitter: „Von einem Sohn eines pakistanischen Busfahrers zum anderen: Glückwunsch.“
Auch die Schwester des unterlegenen konservativen Kandidaten Zac Goldsmith gratulierte dem neuen Londoner Bürgermeister. Er sei „ein großartiges Vorbild für junge Muslime“, schrieb Jemima Goldsmith via Twitter. Sie ist die Ex-Frau des pakistanischen Cricket-Stars Imran Khan.
Zac Goldsmith hatte Sadiq Khan im Wahlkampf vorgeworfen, dass der er Verbindungen zu Islamisten und Antisemiten hat. „Werden wir wirklich am Donnerstag die großartigste Stadt der Welt einer Labour-Partei aushändigen, die Terroristen für ihre Freunde hält?“
Die Islamisierung schreitet voran
In Großbritannien leben derzeit offiziell mehr 3,1 Millionen Muslime. Das sind 5,4 Prozent der Bevölkerung von Großbritannien, berichtet The Sun. Etwa die Hälfte der Muslime in Großbritannien wurde im Ausland geboren
Besonders betroffen von der muslimischen Zuwanderung ist die Hauptstadt London mit ihren 8,6 Millionen Einwohnern. Hier sind einige Stadtteile bereits fast zu 50 Prozent muslimisch.
Der beliebteste Name in London für neugeborene Jungen im Jahr 2014 war Muhammad. Auf Platz 10 fand sich zudem der Name Mohammed, berichtete der Evening Standard.
Die Islamisierung Großbritanniens bringt auch einen Wertewandel mit sich. So wollen laut einer Umfrage 23 Prozent der britischen Muslimen nach der Scharia leben, 5 Prozent wollen Ehebrecher steinigen, und 4 Prozent sympathisieren mit Attentätern.


