Reportage
Migranten kommen verstärkt von Nordafrika nach Italien
Innerhalb von nur zwei Tagen wurden 4.000 Migranten im Mittelmeer zwischen Nordafrika und Sizilien aufgegriffen. Es werden Hunderttausende erwartet.

Am Montag und Dienstag hat die italienische Küstenwache mehr als 4.000 Migranten aufgegriffen, die mit Booten im Mittelmeer zwischen Nordafrika und Sizilien unterwegs waren. Allein am Dienstag gab es 17 Einsätze.
An den Einsätzen zur Rettung von Migranten beteiligten sich auch ein Boot der Malteser, ein umgeleitetes Frachtschiff, mehrere Schiffe der EU-Frontex-Operation sowie der italienischen Marine, zitiert SPON Angaben der italienischen Küstenwache.
Auf der afrikanischen Seite des Mittelmeers wurden Flüchtlinge an der Überfahrt gehindert. Ein Sprecher der libyschen Küstenwache sagte, dass die libyschen Seestreitkräfte am Dienstag sechs Boote mit 649 Menschen an der Weiterfahrt in Richtung Italien gehindert hätten. Am Vortag habe man 115 Bootsflüchtlinge aufgegriffen.
Von Nordafrika nach Europa
Dank dem Nicht-EU-Land Mazedonien ist der Landweg von Griechenland nach Mitteleuropa für die Eindringlinge inzwischen weitgehend gesichert. Daher nutzen diese nun verstärkt Ausweichrouten, darunter auch den Seeweg von der libyschen Küste nach Italien.
Der Uno zufolge kamen seit Jahresbeginn bereits 19.900 Migranten über das Mittelmeer nach Italien. Nach Griechenland kamen seit Beginn des Jahres rund 153.000 Migranten.
Die österreichische Regierung rechnet mit Hunderttausenden Migranten, die über das Mittelmeer nach Italien und dann weiter gen Österreich vordringen wollen. Das Land will daher spätestens ab 1. Juni am Brenner die Grenzen kontrollieren.
Auch Rainer Wendt, der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, macht sich Sorgen wegen des absehbaren Ansturms von Hunderttausenden Nordafrikanern. Diese hält er für deutlich krimineller als etwa Syrer und Iraker.
Bestätigt werden solche Befürchtungen auch durch Aussagen des nordrhein-westfälischen Landesinnenministers Ralf Jäger (SPD) über Nordafrikaner. Danach wurden im letzten Jahr in Nordrhein-Westfalen 33,6 Prozent der Marokkaner und sogar 38,6 Prozent der Algerier straffällig.


