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Leonorenpark: Am Montag startet die Rodung

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Leonorenpark Lankwitz Rodung
Der Leonorenpark in Berlin-Lankwitz soll vernichtet werden. (Screenshot: YouTube)

Am Wochenende haben Bürger letzte Versuche gestartet, um noch zu verhindern, dass der historische Leonorenpark in Berlin-Lankwitz gerodet wird. Die rund 200 Bäume sollen einem Asylheim für 450 Migranten weichen.

UPDATE: Begleitet von Protesten hat am Montagmorgen die Rodung begonnen. Rund 50 Mitglieder der Bürgerinitiativen „Zukunft Leonorenstraße“ und „Park Haus Leonore“ standen mit Protestplakaten vor den Zäunen. Hinter den Zäunen wurden die Bäume gefällt.

Sicherheitspersonal und zwei Einsatzwagen der Polizei sind vor Ort, um mögliche Gewalt gegen die Rodung zu unterbinden. Doch es bleibt friedlich. Der erste Baum fällt kurz vor 9 Uhr. Insgesamt sollen 200 Bäume sterben, damit das Asylheim genau hier gebaut werden kann. UPDATE ENDE.


Ab Montagmorgen um 8 Uhr sollen in Berlin-Lankwitz rund 200 Bäume gefällt werden, von denen etwa 50 in einem historischen Park stehen, den der jüdische Mediziner James Fraenkel im Jahr 1907 angelegt hatte. Seine Familie ist im Jahr 1938 emigriert. Wie berichtet, soll der Park in der Leonorenstraße abgeholzt werden, um Platz zu machen für ein Asylheim.

Am Wochenende haben Bürger zusammen mit Bezirkspolitikern einen weiteren Versuch unternommen, um die drohende Rodung des Leonorenparks doch noch zu abzuwenden. Sie schrieben einen offenen Brief an Bürgermeister Michael Müller (SPD). Zudem schickten sie verschiedene Schreiben an

  • Bundesumweltministerin Barbara Hendricks,
  • die Jüdische Gemeinde,
  • Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen Katrin Lompscher (Linke) und
  • Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Regine Günther (Grüne).

Beim Verwaltungsgericht liegt außerdem ein Eilantrag zur Prüfung des Bauvorhabens vor. Dieser kann zwar die Fällungen der Bäume nicht verhindern, aber möglicherweise zumindest einen Baustopp des geplanten Modularbaus für rund 450 Migranten erreichen. Modularbauten bleiben dauerhaft stehen und bieten eigene kleine Wohnungen.

Leonorenpark Lankwitz Rodung
Der Leonorenpark in Berlin-Lankwitz soll vernichtet werden. (Screenshot: YouTube)

Die Gegner der Baumfällungen befürworten ausdrücklich den Bau von Asylheimen. Sie weisen aber darauf hin, dass es neben dem Leonorenpark eine Brache mit zwei leer stehenden Häusern gibt. Diese verfallenden Gebäude sollten ihrer Ansicht nach entweder für die Migranten umgebaut oder durch Neubauten ersetzt werden.

„Bäume sind wichtig, eine menschenwürdige Unterkunft für Flüchtlinge ist auch wichtig“, zitiert Berliner Morgenpost Günther Schulze vom Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf. Man dürfe dies nicht gegeneinander ausspielen. Der eingeschlagene Rechtsweg führe hoffentlich noch einmal zur einer Prüfung von Alternativen.

Der drohende Verlust des Parks wäre „geradezu frevelhaft“, sagt der ehemalige Polizeipräsident und Anwohner Georg Schertz. Wenn Senatorin Katrin Lompscher den Leonorenpark am Montag wirklich roden lasse, dann fehle ihr offenbar „jegliches politisches Gespür“ dafür, „was hier in der Luft liegt“.

Laut der linken Bausenatorin Katrin Lompscher hat der Bezirk Steglitz-Zehlendorf keinen alternativen Bauplatz für das nötige Asylheim angeboten. Man könne die Migranten aber nicht alle nach Marzahn und Treptow schicken, wo bereits die Mehrzahl der neuen Asylheime entstehe.

Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) hingegen sagt, sie könne nichts für die Rodung der Bäume. Denn nicht sie selbst, sondern der Berliner Senat habe das Leonorenpark-Grundstück ausgesucht.

Allerdings war es die grüne Umweltstadträtin Maren Schellenberg, die das Fällen der Bäume genehmigt hat. Doch auch die hat die Verantwortung von sich geschoben und gesagt: „Hätte ich die Zustimmung verweigert, hätte der [rot-rot-grüne] Senat das Verfahren an sich gezogen.“

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