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Reportage

Historischer Park in Lankwitz wird abgeholzt

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Historischer Park Leonorenstraße Lankwitz
Ein historischer Park in Lankwitz mit vielen schützenswerten Bäumen muss der Politik der Grünen weichen. (Screenshot: YouTube)

Auf Druck des rot-rot-grünen Senats wird an der Leonorenstraße in Berlin-Lankwitz ein historischer Park aus dem Jahr 1907 abgeholzt. Die teils schützenswerten 200 Bäume müssen einem Flüchtlingsheim weichen. Alternativen wollte der Senat nicht prüfen.

Historischer Park Leonorenstraße Lankwitz
Bisher diente der Park auch als Erholungsgebiet für die rund 220 Bewohner des anliegenden Vivantes-Pflegeheims „Haus Leonore“. (Screenshot: YouTube)

Am Montagabend kamen etwa 100 Menschen zur Bürgerversammlung über den Bau der Flüchtlingsunterkünfte an der Leonorenstraße in Berlin-Lankwitz. Doch die Appelle der Anwohner können am Ende nichts ausrichten und im Saal herrscht Wut und Enttäuschung, auch weil man die Bäume nicht retten konnte.

„Ein hundertjähriger Park wird ausradiert, das kann man nie wieder rückgängig machen“, zitiert die Berliner Morgenpost einen Lankwitzer Bürger. Bis Ende Februar werden 200 Bäume gefällt. Davon stehen 50 schützenswerte Exemplare in einem historischen Park, den der jüdische Mediziner James Fraenkel im Jahr 1907 angelegt hatte. Seine Familie ist im Jahr 1938 emigriert.

Grund für die Beseitigung des historischen Parks ist der geplante Neubau eines Drei- und eines Viergeschossers an der Lankwitzer Leonorenstraße. Schon in einem Jahr werden dort 450 Flüchtlinge ziehen. Das gab Sascha Langenbach vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) den kritischen Bürgern klar und deutlich zu verstehen.

Die Bürgerinitiative hatte sich dafür stark gemacht, den Park zu retten und die Flüchtlingsheime auf einer benachbarten Brache zu errichten. Doch Sascha Langenbach vom Landesamt hielt dagegen: „Wir haben einen verflucht hohen Druck und keine Zeit, noch einmal drei Jahre zu warten.“ Derzeit lebten rund 15.000 Flüchtlinge in Notunterkünften.

Der historische Park steht unter der Patenschaft des Komikers Dieter Hallervorden. Der verliebte sich in den Park, als er bei den Dreharbeiten zum Film „Sein letztes Rennen“ durch die Grünanlage gejoggt war. Und zunächst hatte es auch noch gut für den Park ausgesehen. Denn das Bezirksamt verweigerte eine Fällgenehmigung.

Doch jetzt hat Maren Schellenberg, die Umweltstadträtin in Steglitz-Zehlendorf, die Fällgenehmigung doch erteilt. „Hätte ich die Zustimmung verweigert, hätte der [rot-rot-grüne] Senat das Verfahren an sich gezogen“, sagt die Grünen-Politikerin. Denn andere Varianten seien zeitnah nicht zu realisieren.

Holger Holzschuher von der Bürgerinitiative „Zukunft Leonorenstraße“ zur Rettung des Parks zieht heute ein resigniertes Fazit. „Unser Druck auf die Politik war nicht groß genug“, sagt er. Dabei stünden im Land Brandenburg Flüchtlingsunterkünfte leer, zum Beispiel in Michendorf und in Wünsdorf.

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