Japan: Älteste Bevölkerung der Welt hat 40% Jungfrauen

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Japan hat die älteste Bevölkerung und besteht aus 40 Prozent Jungfrauen. (Foto: Moyan Brenn)
Japan hat die älteste Bevölkerung und besteht aus 40 Prozent Jungfrauen. (Foto: Moyan Brenn)

Japan: die älteste Bevölkerung der Welt

Es werden immer mehr. Die Zahl der 65-Jährigen in Japan beschert dem Land den Preis für die älteste Bevölkerung der Welt. Jetzt gehören schon fast ein Drittel der Japaner zu der, demografisch gesehen, alten Belegschaft. Damit fängt das Problem aber erst an, denn 40 Prozent der Männer und Frauen in Japan sind Jungfrauen.

Fast 15 Millionen Männer und 19,5 Millionen Frauen sind über 65. 24,3 Prozent aller männlichen und 30.1 Prozent aller weiblichen Japaner tragen damit zu einer sehr ungesunden Verteilung der Bevölkerung bei. Jetzt haben die Frauen über 65 zum ersten Mal die 30 Prozent Marke geknackt, was der Politik in Japan schwer zu schaffen macht.

Letztes Jahr haben 7,3 Millionen Menschen über 65 immer noch einen Job gehabt und machten so 11,2 Prozent der arbeitenden Bevölkerung aus. In keinem anderen Land auf der Welt sind so viele alte Menschen beruflich beschäftigt, schreibt die Japan Times.

Gleichzeitig wird die älteste Bevölkerung der Welt auch moderner. Inzwischen shoppen schon 13,6 Prozent der über 65-Jährigen im Internet. Verglichen zu den 3,6 Prozent in 2005 ist das ein ziemlich rasanter Anstieg.

40 Prozent der Japaner sind Jungfrauen

Aber die alternde Bevölkerung ist nur Teil des Problems. Die Japaner haben keinen Sex. Fast die Hälfte aller Männer und Frauen sind schlichtweg Jungfrauen, und es geht noch weiter. 70 Prozent der unverheirateten Männer und 60 Prozent der unverheirateten Frauen sind single.

Bei einem Land, dass nicht aufhört zu altern, sind so viele Jungfrauen nicht gerade dienlich. 42 Prozent der Männer und 44,2 Prozent der Frauen hatten noch nie in ihrem Leben einen Sexualpartner. Das hat eine Studie ergeben, bei der Befragte ihr Sexualverhalten preisgegeben hatten, schreibt die Japan Times.

Japan ist sich des Problems aber durchaus bewusst. Mit finanziellem Anreiz will das Land die Geburtenrate nach oben schrauben, doch so richtig scheint es noch nicht zu funktionieren. Seit der letzten Umfrage 2010 stieg die Zahl der Jungfrauen um mehr als 5 Prozent an.

Die Umfrage hat gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht separiert. Es könnten also noch weniger Menschen in einer herkömmlichen Beziehung sein als angenommen. Da die Regierung sich besonders für die Geburtenrate interessiert, sind vor allem die Statistiken der jungen Menschen interessant.

Frauen sind in ihren späten 20ern am fruchtbarsten. Genau die Altersspanne, welche den steilsten Anstieg von Singles aufzuweisen hat. Interessanterweise leben die jungen Japaner weit entfernt von ihrer Wunschvorstellung.

So traditionell wie typisch wollen die meisten jungen Japaner einfach nur glücklich verheiratet sein. Eine Bilderbuchehe mit vielen Kinder scheint alle anzutreiben, doch viele werden ihren Traum vom perfekten Leben wahrscheinlich nie realisieren können.

90 Prozent der Befragte wünschen sich die perfekte Ehe ihre Zukunft, gleichzeitig sind mehr als 30 Prozent im Moment nicht auf der Suche nach einer Beziehung.

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4 KOMMENTARE

  1. Und Germoney folgt Japan auf diesem Weg. Ohnehin haben beide Länder in ihrer Region in den letzten Jahrhunderten, bei allen kulturellen Unterschieden, sehr auffallende Parallelen.
    Zurück zum Thema: warum sterben wir aus? Weil unsere Gesellschaften die Geschlechter voneinander entfremden, das berufliche Hamsterrad und gesunde Familien immer weniger erlauben.
    Liste wäre fortzusetzen.

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