Reportage
IS-Kämpferinnen sollen zurück nach Deutschland
Die vier IS-Kämpferinnen mit deutscher Staatsbürgerschaft, die vor zwei Wochen im Irak festgenommen worden waren, stammen aus Sachsen, Marokko und Tschetschenien. Sie sollen nach Deutschland zurückgeholt werden.
Mitte Juli hatten die irakischen Streitkräfte in Mossul vier Dschihad-Kämpferinnen des Islamischen Staats mit deutscher Staatsbürgerschaft festgenommen. Eine von ihnen war die 16-jährige Linda Wenzel aus Pulsnitz in Sachsen, der nun im Irak die Todesstrafe droht.
Die drei weiteren IS-Kämpferinnen, die sich nun in irakischer Haft befinden, stammen nach Informationen der WELT aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.
Demnach handelt es sich um eine gebürtige Marokkanerin und ihre erwachsene Tochter aus Mannheim (Baden-Württemberg) sowie eine Frau, die in der kaukasischen Teilrepublik Tschetschenien geboren wurde und zuletzt in Detmold (NRW) gemeldet war.
IS-Kämpferinnen in Haft im Irak
Linda Wenzel und die drei weiteren mutmaßlichen IS-Anhängerinnen aus Deutschland waren am 13. und 14. Juli in der umkämpften Stadt Mossul von irakischen Anti-Terror-Einheiten aufgegriffen worden
Sie befinden sich nun in Bagdad in Haft, wo Diplomaten aus der Deutschen Botschaften sie in den vergangenen Tagen besucht haben. Die deutschen Behörden bemühen sich derzeit, die Frauen nach Deutschland zurückzuholen.
Gegen die vier Terrorverdächtigen ermittelt bereits die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Als solche wird der Islamische Staat eingestuft.
Laut Bundeskriminalamt (BKA) sind rund 940 Islamisten aus Deutschland nach Syrien und in den Irak ausgereist. Doch wegen der militärischen Verluste werden hunderte von ihnen wieder nach Deutschland zurückkehren, sagt Terrorismusexperte Guido Steinberg.


