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Reportage

Grünen-Chefin fordert mehr Islam-Unterricht an deutschen Schulen

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Immer für einen Spaß zu haben: Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt (re.) fordert mehr Islam-Unterricht an deutschen Schulen, um die Radikalisierung von Muslimen zu verhindern. (Foto: flickr/Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen)
Immer für einen Spaß zu haben: Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt (re.) fordert mehr Islam-Unterricht an deutschen Schulen, um die Radikalisierung von Muslimen zu verhindern. (Foto: flickr/Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen)
Immer für einen Spaß zu haben: Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt (re.) fordert mehr Islam-Unterricht an deutschen Schulen, um die Radikalisierung von Muslimen zu verhindern. (Foto: flickr/Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen)

Die Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt will entschieden gegen die Radikalisierung von Muslimen vorgehen. Dazu will sie den Islam endlich in Deutschland „einbürgern“, in dem Islam-Unterricht an Schulen stattfindet und Imame an deutschen Universitäten ausgebildet werden. Nur so könne der Staat sicher sein, dass der Islam den „demokratischen Regeln“ und den hiesigen Werten entspreche.

Diese bestechende Logik äußerte Göring-Eckardt im Interview mit der Welt. Dort sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen: „Um Radikalisierung vorzubeugen, sollten wir den Islam bei uns einbürgern. Vielen Menschen, die zu uns kommen, ist ihre Religion sehr wichtig. Wir dürfen sie nicht irgendwelchen Hasspredigern oder Salafisten überlassen, die einen radikalen Islam propagieren. Ich will nicht, dass wir gewaltbereiten Islamisten diesen Raum geben.“

Grünen-Chefin will Islam in Deutschland „einbürgern“

Die Grünen-Chefin will deshalb „an Schulen muslimischen Religionsunterricht anbieten und verstärkt Imame an unseren Universitäten ausbilden.“ Nur dann könne sichergestellt werden, dass „die Lerninhalte offen sind und den demokratischen Regeln entsprechen.“ Manchem mag diese Argumentation erscheinen, als wolle man einen Brand bekämpfen, in dem man Benzin hinein kippt. Doch Göring-Eckardt meint es durchaus Ernst, wenn sie sich für eine Art „Islam Light“ in Deutschland ausspricht.

Den Flüchtlingspakt mit der Türkei kritisierte die Grünen-Chefin dagegen als „Tropfen auf den heißen Stein“. Immerhin eine Regelung des Türkei-Deals stieß aber auf Zustimmung bei der Grünen-Politikerin. „Es erleichtert die Integration, wenn Neuankömmlinge grundsätzlich in das EU-Land weiterreisen können, in dem bereits Familienangehörige leben.“ In allen anderen Fällen hätten Asylbewerber allerdings kein Anrecht darauf, sich ihr „Wunschland“ auszusuchen, sondern müssten ihre Zuweisung akzeptieren.

Göring-Eckardt will AfD-Wähler „nicht verloren geben“

Für besorgte Bürger, die gegen die Asyl-Politik der Bundesregierung auf die Straße gehen, hat Göring-Eckardt kein Verständnis. „Wer nach allem, was auf den Pegida-Kundgebungen an Volksverhetzung gezeigt wurde, immer noch da mitläuft, dem sage ich klar, was ich davon halte: nichts.“ Die Gesellschaft müsse sich um die Menschen kümmern, die zuletzt aus Protest die AfD gewählt hätten. AfD-Wähler will die Grünen-Chefin „nicht verloren geben“, sondern „für die Demokratie zurückgewinnen“.

„Wenn wir klarmachen, dass die AfD beispielsweise zurück zur Atomkraft will und die Gleichstellung der Frau zurückdrehen möchte, werden sich einige wieder von der AfD abwenden. Wir müssen diese Menschen für die Demokratie und die offene Gesellschaft und den Zusammenhalt zurückgewinnen.“ Zuletzt setzte sich Göring-Eckardt dafür ein, alle Migranten, die im griechischen Lager bei Idomeni festsitzen, direkt nach Deutschland zu holen. „Das wären 28.000 Menschen, die Deutschland jetzt sofort aus Griechenland übernehmen könnte“, so die Grünen-Chefin. Angesichts sinkender Flüchtlingszahlen hätte Deutschland jetzt wieder „mehr Kapazitäten“.

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