Reportage
Geheimes Treffen von Linken und Martin Schulz
Diese Woche trafen sich die Linken-Chefs Katja Kipping und Bernd Riexinger in Berlin mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Beide Seiten befürworten eine gemeinsame Regierungsbildung nach der Bundestagswahl.

Anfang dieser Woche hat der designierte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im Willy-Brandt-Haus Katja Kipping und Bernd Riexinger empfangen. Dies bestätigten die beiden Linken-Chefs am Mittwoch. Über die besprochenen Inhalte habe man Vertraulichkeit vereinbart, sagte Bernd Riexinger dem Neuen Deutschland.
Martin Schulz hat eine Koalition mit den Linken nach Bundestagswahl ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Bereits bei der Bekanntgabe seiner Kanzlerkandidatur Ende Januar sagte der ehemalige Präsident des EU-Parlaments, es gehe ihm allein darum, Bundeskanzler zu werden. Und die Linken-Chefs sind gegenüber Rot-Rot-Grün nicht abgeneigt.
Sogar die Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht zeigte sich Ende Februar offen für eine Koalition mit der SPD. Sie begrüßte das Eingeständnis des designierten SPD-Kanzlerkandidaten, dass Hartz IV und die Agenda 2010 Fehler gewesen seien, die nach der Bundestagswahl korrigiert werden müssten.
Seit Martin Schulz Kanzlerkandidat ist, ist die SPD in den Wahlumfragen deutlich stärker geworden. Zwar sind gleichzeitig auch die Umfragewerte von Grünen und Linken leicht gefallen. Dennoch reichte es zwischenzeitlich für eine rot-rot-grüne Mehrheit.
In der aktuellen Umfrage von Infratest dimap haben die Sozialdemokraten wieder leicht verloren, sodass es derzeit nicht für Rot-Rot-Grün reicht. SPD, Linke und Grüne haben zusammen nur noch 47 Prozent. Union, AfD und FDP haben zusammen 49 Prozent.
- Union 32 Prozent (+1)
- SPD 31 Prozent (-1)
- AfD 11 Prozent (0)
- Linke 8 Prozent (+1)
- Grüne 8 Prozent (0)
- FDP 6 Prozent (0)
- Sonstige 4 Prozent (-1)


