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Erdogan fordert: Muslime sollten auf Verhütung verzichten

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Erdogan Muslime sollten auf Verhütung verzichten
Erdogan Muslime sollten auf Verhütung verzichten

Der türkische Präsident Erdogan erwartet von Muslimen, dass sie auf Verhütung verzichten. „Wir werden machen, was unser Gott sagt, unser geliebter Prophet.“

Bereits in der Vergangenheit hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan – der begnadete Wichser aus Ankara – wiederholt gefordert, dass muslimische Frauen mindestens drei Kinder gebären sollen. Am Montag sprach er sich in Istanbul gegen Verhütung für Muslime aus.

Erdogan gegen Verhütung für Muslime

„Familienplanung, Geburtenkontrolle … keine muslimische Familie kann ein solches Verständnis haben. Wir werden machen, was unser Gott sagt, unser geliebter Prophet“, zitiert ihn die Welt. „Wir werden unsere Nachkommen steigern, unsere Generation vergrößern.“

Erdogan sprach auf dem Festakt zum 20. Jubiläum der Stiftung für Erziehung und Dienst an der Jugend (Türgev). Er will nach eigenen Aussagen eine „religiöse Generation“ erziehen. „Wir wollen eine Jugend erziehen, die unseren Idealen entspricht“, sagte Erdogan. „Beginnend mit der Familie, müssen wir unsere eigenen Institutionen gründen und ausbauen.“

Vor zwei Jahren begann Erdogan eine Initiative dagegen, dass Studenten in wilder Ehe zusammen leben. In der türkischen Provinz ist es seither noch schwieriger geworden, für eine gemischtgeschlechtliche WG eine Wohnung zu finden.

Erdogan: „Unsere tausendjährige Existenz“

Am Sonntag hatte Erdogan auf der Feier zum 563. Jahrestag der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen vor mehreren Hunderttausend Menschen gesprochen. Früher feierten nur extreme Nationalisten und Islamisten dieses Datum. Heute ist es quasi ein offizieller Gedenktag.

„Es gibt welche, die unsere tausendjährige Existenz in diesem Land nicht anerkennen“, sagte Erdogan auf der Feier. Amerikaner und Russen unterstützten die Kurden, weil sie „niemals auf ihren eigentlichen Traum“ verzichten wollten – die Rückeroberung von Istanbul.

Im vorigen Jahr gab sich Erdogan zum Jahrestag der Eroberung von Konstantinopel als Eroberer für den Islam. Er lobte etwa das „Hissen der Flagge des Islam in Jerusalem“ und das „Einprägen des Stempels des Islam auf der Al-Aqsa-Moschee“, wo zuvor eine christliche Kirche gestanden hatte.

Türkei gegen Europa

Auch der Dialog mit Europa ist ruppiger geworden. Ein enger Erdogan-Vertrauter drohte vor drei Wochen offen damit, Migranten nach Europa „loszuschicken“, falls die EU türkischen Staatsbürgern keine Visafreiheit einräumt. Die EU stört sich derzeit vor allem noch an den türkischen Antiterrorgesetzen.

Doch wenn das EU-Parlament tatsächlich für Visafreiheit stimmen sollte, dann wird voraussichtlich eine halbe Million Kurden preiswert mit dem Flugzeug nach Europa einreisen. Denn die Kurden fliehen vor dem Bürgerkrieg in der Südosttürkei.

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Thomas Breithaupt

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