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Deutschland fürchtet „Panik und Chaos“, wenn Grenzen dicht sind

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Die Länder Europas sind mit dem Ansturm von Migranten zunehmend überfordert. Immer lauter werden die Forderungen danach, Staatsgrenzen zu schließen. Doch laut einem internen Papier der Bundesregierung würde dies „Panik und Chaos bei Migranten und Behörden auslösen“.

Ungarn hat seine Grenzen zu Serbien und Kroatien bereits geschlossen. Nun wollen auch Slowenien und Bulgarien ihre Grenzen dicht machen. Sogar in Österreich gibt es Pläne, die eigene Grenze womöglich wieder zu schützen. Doch wenn Europas Staaten ihre Grenzen dicht machen, dann könnte dies verheerende Folgen haben, so ein internes Papier der Bundesregierung.

Die deutschen Sicherheitsbehörden bereiten sich angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen darauf vor, dass die Balkanstaaten ihre Grenzen schließen. Eine mögliche Folge sei das „Stürmen der Grenzen“, zitiert DIE WELT aus dem Papier der Bundesregierung. Eine „Sackgasse“ auf der Balkanroute könnte „Panik und Chaos bei Migranten und Behörden auslösen“.

Das Papier stammt aus dem „Gemeinsame Analyse- und Strategiezentrum illegale Migration“ (Gasim) in Potsdam, an dem Bundesnachrichtendienst, Bundeskriminalamt, Verfassungsschutz, Bundespolizei, Auswärtiges Amt und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) beteiligt sind.

Laut dem Bericht warnen die Sicherheitsbehörden davor, dass immer mehr Menschen Richtung Europa aufbrechen. Denn die Migration von der Türkei nach Griechenland über das Mittelmeer ist im Oktober erneut angestiegen. Hierbei handle es sich vor allem um Syrer, die aus Flüchtlingslagern im Libanon und in Jordanien aufbrechen.

Mit einem weiteren Anstieg muss man laut dem Bericht auch deshalb rechnen, weil 50 Prozent der Syrier in Jordanien beabsichtigen, „in naher Zukunft aufzubrechen“. Das Ziel von 91 Prozent dieser Flüchtlinge heißt Europa, so die Analyse. Zudem kämen die Flüchtlinge derzeit immer schneller über den Balkan nach Mitteleuropa.

Würden Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Ungarn tatsächliche ihre Grenzen komplett dicht machen, so käme es voraussichtlich zu einem „Rückstau“ und einer „weiteren Verschlechterung der humanitären Lage“. Als Folge dieses Rückstaus würden die Einwanderer auf Bulgarien ausweichen oder versuchen, mit Booten von Albanien nach Italien überzusetzen.

Wenn Griechenland die Menschenmassen nicht mehr weiterleiten könnte, müsste es eine Rückführung der Migranten in die Türkei durchführen, so der interne Regierungsbericht. Dort würde in der Folge ebenfalls ein Rückstau entstehen. Die Flüchtlinge könnten dann versuchen, in Schiffen nach Italien zu gelangen.

https://www.youtube.com/watch?v=WgYknXJXJL0

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Thomas Breithaupt

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