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Reportage

Brexit: Sind Holland und Dänemark die nächsten?

Von Thomas Breithaupt · · 4 Min. Lesezeit

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Demonstrativ schnitt der PVV-Vorsitzende Geert Wilders schon vor 2 Jahren einen Stern für die Niederlande aus der EU-Flagge und fordert nach dem Brexit nun einen Niederlande-Austritt - den Nexit (Foto: Youtube)
Demonstrativ schnitt der PVV-Vorsitzende Geert Wilders schon vor 2 Jahren einen Stern für die Niederlande aus der EU-Flagge und fordert nach dem Brexit nun einen Niederlande-Austritt - den Nexit (Foto: Youtube)
Demonstrativ schnitt der PVV-Vorsitzende Geert Wilders schon vor 2 Jahren einen Stern für die Niederlande aus der EU-Flagge und fordert nach dem Brexit nun einen Niederlande-Austritt - den Nexit (Foto: Youtube)
Demonstrativ schnitt der PVV-Vorsitzende Geert Wilders schon vor 2 Jahren einen Stern für die Niederlande aus der EU-Flagge und fordert nach dem Brexit nun einen Niederlande-Austritt – den Nexit (Foto: Youtube)

Schon im Vorfeld des Brexit-Referendums  hatte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker angekündigt, ein Briten-Austritt könnte woanders „Lust auf mehr“ machen.

Und tatsächlich tönte der Chef der rechtspopulistischen Partei für die Freiheit (PVV) in den Niederlanden, Geert Wilders, nach der Bekanntgabe der Briten-Wahl für einen EU-Austritt via Twitter: „Bye bye Brüssel. Und die Niederlande werden die Nächsten sein!“

Wilders erklärte am gestrigen Freitag der Nachrichtenagentur Reuters: „Die Niederländer haben auch das Recht auf ein Referendum.“ Seine Partei fordere „ein Referendum über den Nexit, einen niederländischen Austritt aus der EU.“ Wilders ist ein scharfer Kritiker der Europäischen Union.

43 Prozent der Bürger fordern in einer Umfrage des Meinungsforschers Maurice d’Hond den „Nexit“: Nur 46 Prozent wollen in der EU bleiben. Bei der Volksabstimmung im April über das EU-Assoziierungsabkommen mit der Ukraine sagten 61 Prozent „Nee“. Vor allem die Hilfen für Griechenland bei gleichzeitigen Sparprogrammen im eigenen Land haben viele Menschen gegen Brüssel aufgebracht. Ein „Nexit“-Referendum wird es dennoch so bald nicht geben, schrieb die ZEIT: Volksabstimmungen sieht die Verfassung nur für neue Gesetzesvorschläge vor.

 Der SPIEGEL bestätigte das und schrieb: Das wird aber nicht so einfach sein. Zwar wäre eine Mehrheit der Niederländer Umfragen zufolge für eine Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft. Doch das ist nach heutiger Gesetzeslage unmöglich. Es gibt nur das Instrument eines „ratgebenden“ Referendums, Volksabstimmungen dürfen nur über noch nicht-ratifizierte Verträge gehalten werden.

Die Niederlande zahlten in die EU 6,4 Milliarden Euro ein und erhielten von der EU 2 Milliarden Euro zurück.

Die dänischen Rechtspopulisten haben ebenfalls bereits im Vorfeld ein eigenes Referendum über einen EU-Austritt gefordert.

„Dann will ich eine Volksabstimmung haben, um zu klären, ob Dänemark sich so eine Lösung wünscht“, sagte der Chef der Dansk Folkeparti, Kristian Thulesen Dahl, vor Kurzem der Zeitung „Jyllands-Posten“. Es gehe ihm darum, mehr Selbstbestimmung zurückzugewinnen. Die liberale Regierungspartei Venstre wehrt sich jedoch genau wie die übrigen Oppositionsparteien gegen diesen Vorschlag.

Das Bedürfnis, die eigene Souveränität gegenüber der europäischen Vergemeinschaftung zu schützen, ist in Dänemark allerdings traditionell groß.

Eigenständigkeit ist den 5,5 Millionen Dänen wichtig, gerade weil ihr Staat zu den kleineren des Kontinents zählt. Zwar hat eine Mehrheit der Bevölkerung 1972 für den Beitritt zu dem damals noch als EG firmierenden Bund gestimmt – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Fragen der Landesverteidigung, des Staatsangehörigkeitsrechts, der Währungspolitik und ebender Polizei und der Rechtsprechung davon ausgeklammert sein würden.

Jede Einschränkung dieser vier sogenannten „Opt-outs“ erfordert seitdem eine Volksabstimmung. Ein Referendum dieser Art gab es bereits: 1992 verweigerten sich die Dänen dem Beitritt zur Währungsunion, obwohl sich auch damals die Mehrheit der politischen Parteien dafür ausgesprochen hatte, den dänischen Sonderweg zu verlassen. Die Dänen zahlen immer noch mit Kronen und Øre und nicht mit Euro und Cent.

„Die Dänen wollen nicht mehr EU, aus Angst, ihre Souveränität zu verlieren und von den großen Staaten dominiert zu werden“, sagte Derek Beach, Politikprofessor der Universität Aarhus, der ZEIT. „Aber sie wollen auch nicht die EU verlassen. Dazu sind die Handelsbeziehungen zu wichtig, vor allem zu Deutschland und Schweden.“ Zwar fordert die rechtspopulistische Dänische Volkspartei ein Austrittsreferendum, doch sie ist die einzige große Partei, die das fordert. Ihr Vorhaben hätte zurzeit kaum Aussicht auf Erfolg. In einer Umfrage von Mitte Juni sprachen sich nur 31 Prozent der Dänen für den „Dexit“ aus.

Die Dänen zahlten in die EU 2,2 Milliarden Euro und erhielten von der EU 1,5 Milliarden Euro zurück.

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