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Aiman Mazyek: AfD nutzt den Rassismus in Deutschland

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Aiman Mazyek während seines Grußwortes beim Linken-Parteitag im Mai. (Screenshot: YouTube)

Der Chef des Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek hat den Erfolg der AfD erklärt. Es gebe eine „tiefe Verankerung von rassistischen Ressentiments“ in der deutschen Gesellschaft. Die AfD nutze dies geschickt aus.

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Aiman Mazyek während seines Grußwortes beim Linken-Parteitag im Mai. (Screenshot: YouTube)

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, nimmt Angela Merkel (CDU) in Schutz. Nicht die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin sei schuld am Erstarken der AfD, sondern der Rassismus der Deutschen.

„Wer allein die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin für den AfD-Wahlerfolg verantwortlich macht, verkennt die tiefe Verankerung von rassistischen Ressentiments in unserer Gesellschaft“, sagte Aiman Mazyek der Welt.

Aiman Mazyek: „Die AfD macht mir Angst“

Spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 werde nicht mehr zwischen Extremismus und Islam getrennt, sagte der Muslimvertreter. „Die AfD hat es am geschicktesten geschafft, diese Stimmung für sich in Wählerstimmen umzumünzen.“

Es mache ihm Angst, dass die AfD nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern jetzt in neun deutschen Landtagen sitzt. „Noch mehr besorgt mich allerdings, dass diese Vorbehalte gegen die anderen sich nun qua Wahlurne Bahn brechen“, so Mazyek.

„Die AfD weiß geschickt den bereiteten Boden für sich zu instrumentalisieren. Früher gab es noch Hemmschwellen und Sanktionen, die nun im Sog der Flüchtlingsdebatte wegfallen.“ Rassismus werde immer mehr gesellschaftsfähig.

„AfD will Muslime zu Menschen zweiter Klasse machen“

Das Parteiprogramm der AfD sei darauf ausgerichtet, „Muslime zu Menschen zweiter Klasse zu machen“. Das sei mit der deutschen Verfassung nicht vereinbar. „Dieses Parteiprogramm ist ein Bruch unserer bundesrepublikanischen Geschichte und ein Affront gegen unser Grundgesetz“, sagt Mazyek.

Der Muslimvertreter beklagt zudem eine zunehmende Islamfeindlichkeit in Deutschland. Das lasse sich mit Zahlen belegen. Die Angriffe auf Moscheegemeinden hätten sich von 2014 bis 2015 vervielfacht.

„Die Zahl der Anschläge auf Flüchtlingsheime nimmt in nie gekanntem Maße zu. Ebenso die körperlichen und verbalen Angriffe gegen Muslime auf den Straßen“, sagte Aiman Mazyek. Dasselbe gelte auch für Hassdelikte im Internet.

Bereits im April hatte der Zentralrat der Muslime die AfD als Nazis bezeichnet. Im Mai lud der Muslimverband die AfD dann medienwirksam zu einem Gespräch ein und wollte von deren Führung eine Antwort auf seine Frage: „Warum hassen Sie uns?“

Die AfD nahm die Einladung zum Gespräch mit dem Zentralrat der Muslime an, doch brach es vorzeitig wieder ab. Denn Aiman Mazyek bestand darauf, die AfD auch weiterhin als Nazi-Partei zu bezeichnen, und forderte sogar eine Änderung des Parteiprogramms.

Nicht nur Aiman Mazyek kritisiert den vermeintlichen Rassismus der AfD. Auch SPON-Redakteur Ronald Nelles ist der Ansicht, dass die AfD-Wähler Rassisten sind. „Das muss man einmal so klar sagen.“

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