Reportage
Das ist der Berliner Bandenchef Mahmoud Al-Zein

Der „Präsident“ Mahmoud Al-Zein ist das Oberhaupt der arabischen Großfamilie, gegen die am Dienstagmorgen hunderte Polizisten in Berlin eine Großrazzia durchführten. Acht Mitglieder des kurdischen Clans wurden dabei festgenommen.
Der Chef des kurdisch-libanesischen Clans Al-Zein ist gebürtiger Türke. Sein richtiger Name ist Mahmoud Uca, er ist in Anatolien geboren. Er reiste bereits im Jahr 1982 aus dem Bürgerkriegsland Libanon nach Deutschland ein und beantragte Asyl.
Mahmoud Al-Zein wird nicht abgeschoben
Zwar wurden seine Asylanträge immer wieder abgelehnt. Doch weil er keinen gültigen Pass besaß, wurde er nicht abgeschoben. Er lebt mit einer Duldung in Berlin. Die Türkei weigert sich, ihren früheren Staatsbürger zurückzunehmen. Sie begründete dies damit, dass er keinen Wehrdienst geleistet hat.
Mahmoud Al-Zein wurde nach seiner Ankunft in Deutschland auch sehr schnell kriminell: räuberischer Diebstahl, gefährliche Körperverletzung, Drogendelikte.
Bereits im Jahr 2003 gab er Spiegel TV ein Interview (im Video siehe unten), worin er sich ganz offen als Berliner „Unterweltkönig“ bezeichnen lässt. In den 90-er Jahren wurde er mit seinem brutalen Auftreten in Berlin zum König der Unterwelt.
Die Familie kassiert Sozialhilfe
Auch wenn die Frau und die Kinder von Mahmoud Al-Zein damals offenbar im Luxus lebten, kassierten sie rund 3.200 Euro Sozialhilfe vom deutschen Staat. Im Jahre 1998 stellte das Amt die Zahlung ein. Doch die Anwälte des Clans siegten vor Gericht, sodass die Zahlungen fortgesetzt werden mussten.
Erst im Jahr 2005 konnte ein SEK-Kommando Mahmoud Al-Zein schließlich festnehmen. Ihm wurde vorgeworfen, Kopf einer internationalen Bande zu sein, die Drogen aus den Niederlanden nach Deutschland verschob. Damals (vor elf Jahren) brachte Spiegel TV diesen Beitrag:
Statt Gefängnis offener Vollzug
Nach einem Geständnis und einem Deal mit der Staatsanwaltschaft wurde er im Jahr 2008 zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Die Haftstrafe musste Mahmoud Al-Zein jedoch nicht absitzen müssen, sondern verbüßte sie im offenen Verzug.
Auch danach ist er eine der wichtigsten Figuren der Berliner Unterwelt geblieben. Das ist wohl einer der Gründe, warum Polizeigewerkschafter Rainer Wendt Deutschland einen „zahnlosen Staat“ nennt. Die Razzia gegen seinen Clan am Dienstag stand im Zusammenhang mit mehreren schweren Straftaten, darunter ein Auftragsmord.


