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Union und SPD beraten höheres Renteneintrittsalter

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Wolfgang Schäuble höheres Renteneintrittsalter
Wolfgang Schäuble will das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung koppeln. (Screenshot: YouTube)

Die Große Koalition plant noch vor dem Bundestagwahlkampf 2017 eine große Rentenreform. Die Union will das Renteneintrittsalter immer dann automatisch um ein halbes Jahr anheben, wenn die Lebenserwartung um ein Jahr steigt.

Wolfgang Schäuble höheres Renteneintrittsalter
Wolfgang Schäuble will das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung koppeln. (Screenshot: YouTube)

Am kommenden Dienstag beraten die Spitzen von Union und SPD im Kanzleramt über die Rente. Mit dabei sind unter anderem Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Möglicherweise bringt die Große Koalition noch in dieser Legislaturperiode eine Rentenreform auf den Weg, bevor die Rente im Bundestagswahlkampf 2017 zum Streitthema wird. Schon Ende November will Andrea Nahles ein großes Reformkonzept vorlegen.

Union plant längere Lebensarbeitszeiten

Die Union will der SPD am Dienstag vorschlagen, das Renteneintrittsalter künftig an die steigende Lebenserwartung zu koppeln, berichtet der SPIEGEL. Diesen Vorschlag machte Wolfgang Schäuble bei einer Vorbesprechung der Unionsspitze.

Und auch CSU-Chef Horst Seehofer äußerte grundsätzlich Sympathie für längere Lebensarbeitszeiten. Denkbar wäre etwa eine automatisch Erhöhung des Renteneintrittsalters um ein halbes Jahr, wenn die Lebenserwartung in Deutschland um ein Jahr steigt.

Aktuell liegt die Altersgrenze bei 65 Jahren und fünf Monaten. Doch bis zum Jahr 2029 wird schrittweise sie auf 67 Jahre angehoben. Danach soll der Anstiegsmechanismus nach geltender Rechtslage enden.

Streitpunkt Renteneintrittsalter

Hintergrund der Reform ist die Tatsache, dass in den kommenden Jahrzehnten immer mehr ältere Menschen immer weniger jüngeren Menschen gegenüberstehen. Da die Renten für die Älteren stets aus den Rentenbeiträgen der Jüngeren gezahlt werden, gibt es nur noch schmerzhafte Lösungen:

  • Beitragserhöhungen,
  • ein niedrigeres Rentenniveau,
  • längere Lebensarbeitszeiten (ein höheres Renteneintrittsalter) oder
  • die Einbeziehung von Selbständigen.

Die Union plädiert für ein höheres Renteneintrittsalter, um dadurch das Rentenniveau nicht zu weit absenken zu müssen und um die Jüngeren nicht noch mehr zu belasten. Derzeit liegt das gesetzliche Rentenniveau vor Steuern bei 48 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns. Vor 15 Jahren lag es noch bei 62 Prozent.

Doch laut Gesetz soll es in Zukunft noch weiter sinken. Zwar soll es bis zum Jahr 2020 zumindest nicht unter 46 Prozent abrutschen und bis 2030 nicht unter 43 Prozent. Doch für die Zeit danach gibt es noch keine Regelung. Dies ist auch der zentrale Streitpunkt zwischen Union und SPD.

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