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Ungarn muss seinen Grenzzaun verstärken

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Ungarn muss seinen Grenzzaun verstärken
Ungarn muss seinen Grenzzaun verstärken
Ungarn muss seinen Grenzzaun verstärken
Ungarn verzeichnet im Schnitt derzeit mehr als 50 illegale Grenzübertritte pro Tag. (Screenshot: DW)

Im Oktober sah sich Ungarn gezwungen, einen Grenzzaun zu errichten. Nur so konnte verhindert werden, dass jeden Tag tausende Migranten illegal ins Land eindringen. Zwar wurde der Zaun von den westlichen Leitmedien als Werk des Teufels dargestellt, doch in der Praxis erwies er sich als voller Erfolg.

Allerdings muss das Land jetzt nachbessern. Denn der ungarische Grenzzaun hat bisher vor allem deswegen so gut funktioniert, weil die Migranten den Weg des geringsten Widerstands wählten, um nach Deutschland zu gelangen. Sie nahmen also die noch offene Route über Slowenien, statt die nun verschlossene Route über Ungarn.

Seit die Nachbarländer Österreich und Slowenien dem ungarischen Beispiel folgten und eigene Zäune errichten, haben es vor allem nicht-syrische Wirtschaftsmigranten immer schwerer, die österreichische Grenze zu überqueren. Daher sieht sich Ungarn nun wieder verstärkt Angriffen ausgesetzt. Migranten versuchen, illegal in das Land einzudringen.

Migranten brechen durch Grenzzaun

Am Dienstag brach eine große Gruppe Migranten an der serbisch-ungarischen Grenze bei Röszke durch den Grenzzaun, berichtet die Welt. Als die Polizei auftauchte, flohen viele der Männer zurück auf die serbische Seite. Die Behörden nahmen 24 Männer aus Pakistan, Indien und Nepal fest.

Alle 24 der in Ungarn festgenommen Männer sind offenbar Wirtschaftsmigranten. Das kommt daher, dass echte Kriegsflüchtlinge weiterhin ohne Probleme nach Österreich einreisen dürfen. Sie hätten daher wenig Grund, illegal auf ungarisches Gebiet vorzudringen.

Schon seit mehreren Wochen sammeln sich auf der serbischen Seite der ungarischen Grenze wieder größere Gruppen von Migranten. Im Januar versuchten insgesamt 770 Eindringlinge, den ungarischen Grenzzaun zu überwinden. Das war eine deutliche Steigerung gegenüber den Vormonaten.

Doch nun steigen die Zahlen noch weiter. Die Polizeistatistik weist seit dem 6. Februar im Durchschnitt mehr als 50 illegale Grenzübertritte pro Tag aus. Hochgerechnet entspräche das 1.500 Eindringlingen pro Monat.

Überfüllte Gefängnisse in Ungarn

Verglichen mit Deutschland mögen diese Zahlen relativ gering erscheinen. Doch der Anstieg der illegalen Migranten verschärft ein ohnehin schon beträchtliches Problem der Ungarn. Seit September haben ungarische Gerichte rund 1.100 Eindringlinge verurteilt. Auf illegalen Grenzübertritt steht eine Gefängnisstrafe mit anschließender Abschiebung.

In der Praxis würde Ungarn die Eindringlinge auch wirklich gern abschieben. Doch das Nachbarland Serbien, woher die Eindringlinge gekommen sind, nimmt nur wenige von ihnen wieder zurück. Daher sind nun Ungarns Gefängnisse mit illegalen Wirtschaftsmigranten überfüllt.

Zudem ist zu erwarten, dass bald auch an der noch ungesicherten rumänisch-ungarischen Grenze Migranten auftauchen werden. Ungarn hat bereits angekündigt, notfalls auch dort einen Grenzzaun zu errichten. Denn die Sicherung der EU-Außengrenze bleibt auf absehbare Zeit ein Problem.

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Thomas Breithaupt

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