Reportage
Wer hat das Video vom U-Bahn-Treter an die Medien gegeben?
Die Polizei sucht nicht nur nach den vier Männern, die am U-Bahnhof Hermannstraße eine junge Frau die Treppe hinunter gekickt haben. Sie ermittelt auch gegen den Whistleblower, der das Video der Tat unbefugt an die Medien gab.

Die Polizei Berlin sucht denjenigen, der das Video vom Überfall auf eine junge Frau in Neukölln an die Medien übermittelt hat. Auf dem Video ist zu sehen, wie ein Mann die junge Frau in den Rücken tritt, sodass sie die Treppe am U-Bahnhof Hermannstraße hinunterstürzte. Danach ziehen er und seine Gang zum Ausgang, als wäre nichts gewesen.
Die Aufnahmen aus einer Überwachungskamera hat offenbar irgendjemand der Bild-Zeitung und der B.Z. zugespielt. Erst einen Tag später veröffentlichte auch die Berliner Polizei das Video und fahndet nun öffentlich nach dem Täter und seiner Gang.
Polizei vermutet Whistleblower in den eigenen Reihen
Dass die Fahndung nur einen Tag nach den Medienberichten startet, ist laut Polizei lediglich ein Zufall. Eine Veröffentlichung des Videos zur Öffentlichkeitsfahndung nach den Tätern sei „bereits längst bei einem Richter angeregt worden“, sagte die Polizei der Berliner Morgenpost. Das Video sei jetzt veröffentlicht worden, weil der entsprechende Beschluss jetzt vorlag.
Wer das Video an die Medien gegeben hat, handelte rechtswidrig. Denn die Aufnahmen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Möglicherweise wurde das Video vom Treppen-Treter aus den Reihen der Polizei weitergegeben, sagte eine Sprecherin. Das Landeskriminalamt ermittle gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz.


