Reportage
Thilo Sarrazin kritisiert die „Einheitsfront“ der Altparteien

Nach Ansicht von Ex-Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hätten SPD und CDU den massiven Erfolg der AfD verhindern können. Dazu hätten sie aber seine Warnungen ernstnehmen müssen, so der erfolgreiche Buchautor.
In seinen Büchern „Deutschland schafft sich ab“ und „Europa braucht den Euro nicht“ habe er vor den Risiken einer „falschen Einwanderung“ und einer „verfehlten Politik der Euro-Rettung“ hingewiesen, sagte Thilo Sarrazin der BILD. Auch habe er damals Lösungsvorschläge gemacht.
Doch die verantwortlichen Politiker bei SPD und CDU hätten seine Einschätzungen nicht ernstgenommen, sagt Sarrazin. Hätten sie ihn ernstgenommen, wäre die AfD im Jahr 2013 „gar nicht erst gegründet worden oder hätte zumindest nicht diese Wahlerfolge“.
Thilo Sarrazin: Keine Optionen jenseits der „Einheitsfront“
Den Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen erklärt Thilo Sarrazin damit, dass es beim Thema Migration keine politischen Optionen jenseits der „Einheitsfront“ der etablierten Parteien gab.
Viele Bürger hätten zudem das Gefühl gehabt, ihre Meinung nicht offen sagen zu können. Deswegen hätten sie dazu die Möglichkeit der Stimmabgabe in der Wahlkabine genutzt.
Sarrazin sieht heute ein heimatloses Wählerpotenzial von 20 bis 25 Prozent, das die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel rechts der CDU hinterlassen habe. Und rechts von der CDU liegt heute nach Ansicht von CSU-Vize Peter Ramsauer die politische Mitte.


