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Peter Tauber: „Wer nicht für Merkel ist, ist ein Arschloch“

Von Thomas Breithaupt · · 4 Min. Lesezeit

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Peter Tauber Arschloch
Parteiinterne Merkel-Gegner nannte CDU-Generalsekretär Peter Tauber „Arschlöcher“. (Screenshot: YouTube)

In einer parteiinternen Diskussion über die Flüchtlingspolitik soll CDU-Generalsekretär Peter Tauber gesagt haben: „Wer hier nicht für Angela Merkel ist, ist ein Arschloch und kann gehen.“ Nun tut ihm dies leid.

Peter Tauber Arschloch
Parteiinterne Merkel-Gegner nannte CDU-Generalsekretär Peter Tauber „Arschlöcher“. (Screenshot: YouTube)

Ende November vergangenen Jahres soll CDU-Generalsekretär Peter Tauber bei einem Treffen des Netzwerks CDU2017 ausfällig geworden sein. Er soll gesagt haben: „Wer hier nicht für Angela Merkel ist, ist ein Arschloch und kann gehen.“

Im Netzwerk CDU2017 sind jüngere Mandatsträger und Funktionäre der Partei organisiert. Mehrere Teilnehmer des Treffens bestätigten der Welt, dass Peter Tauber sich so geäußert habe. Andere wollen den Satz hingegen nicht gehört haben.

Peter Tauber tut das „Arschloch“ leid

Der CDU-Generalsekretär sagt, dass er sich nicht erinnern kann. „Ich weiß noch, dass wir hitzig über die Flüchtlingspolitik diskutiert haben. An jedes Wort kann ich mich aber nicht erinnern. Wenn dieser Kraftausdruck gefallen sein sollte, dann tut er mir leid.“

Dass der Kraftausdruck „Arschloch“ zu seinem aktiven Wortschatz zählt, hat Peter Tauber in den schon sozialen Netzwerken gezeigt. Anfang des Jahres sagte er auch zu einem Mann, der Angela Merkel als geisteskrank bezeichnet hatte: „Sie sind ein Arschloch.“

Mobbingvorwürfe aus dem Kreisverband

Der Ausraster des CDU-Generalsekretärs vom letzten Jahr wird nicht zufällig erst jetzt an die Öffentlichkeit getragen. Schon seit einiger Zeit steht Peter Tauber unter Beschuss. Am Freitagabend muss er auf einem Parteitag des CDU-Kreisverbandes Main-Kinzig, dessen Vorsitzender er bis 2014 war, zu Mobbingvorwürfen äußern.

Die frühere Geschäftsführerin des Kreisverbandes, Anne Höhne-Weigl, will jahrelang gemobbt worden sein. Tatsächlich existiert ein Schriftstück aus dem Jahr 2006 mit dem Titel „Operation Kaninchenjagd“. Darin geben Parteikollegen eine konkrete Anleitung, der langjährigen Mitarbeiterin das Leben am Arbeitsplatz zur Hölle zu machen.

Anne Höhne-Weigl behauptet, dass Peter Tauber einer der Autoren war, was dieser bestreitet. Der Generalsekretär hat lediglich zugegeben, dass er von dem Papier wusste. Zudem sei es aus heutiger Sicht ein Fehler gewesen, dass er nichts gegen die Mobbing-Anleitung unternommen habe.

Taubers Flirt mit Jenna Behrends

Seit geraumer Zeit spielen Gegner von Peter Tauber den Medien immer wieder Material zu, dass den Parteimanager diskreditieren soll. Zuletzt versuchte man sogar ihn als „Sexisten“ zu diffamieren. Als Beleg dafür dienten E-Mails, die er erhalten hat und in denen die heutige Bundestagsabgeordnete Katja Leikert als „rein optisch ein Gewinn“ bezeichnet wird.

Auch wegen seines Umgangs mit der Sexismus-Debatte im Berliner Landesverband der CDU war Tauber in die Kritik geraten. Der Generalsekretär hatte die albernen Vorwürfe des CDU-Neumitglieds Jenna Behrends gegen Landeschef Frank Henkel auch noch ernstgenommen und gesagt: „Wir brauchen eine größere Sensibilität.“

Nach Darstellung der Vorsitzenden der Frauen Union des betreffenden Ortsverbandes hat Jenna Behrends behauptet, ein Verhältnis mit Peter Tauber zu haben. Eine weitere CDU-Frau gab an, Jenna Behrends habe damit geprahlt, dass der CDU-Generalsekretär „sexuell stark auf sie reagiere“.

Peter Tauber will sich nur zweimal mit der jungen Frau getroffen und mit ihr „geflirtet“ haben. Jenna Behrends bestreitet, dass sie jemals von einem Verhältnis mit dem CDU-Generalsekretär gesprochen hat.

Sie war schon als Studentin von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung gefördert worden. Nach ihrem Parteieintritt im Jahr 2015 erhielt Jenna Behrends sehr schnell einen sicheren Listenplatz und zog bei der Berlinwahl vor zwei Wochen ins Kommunalparlament von Berlin Mitte ein.

In einem weiteren Interview sprach Jenna Behrends nun auch über Anzüglichkeiten während ihres Praktikums im Bundestag. Diese sollen von einem Bundesminister ausgegangen sein. Daher fürchtet man in der CDU eine Fortsetzung der Schlammschlacht.

Doch die alberne Debatte um mögliche Sex-Affären in der CDU ist letztlich ein Ablenkungsmanöver. Die ernsthafte parteiinterne Kritik richtet sich vor allem dagegen, dass Peter Tauber die innerparteiliche Debatte zur Flüchtlingspolitik unterbunden und die CDU einseitig auf die Linie von Angela Merkel festgelegt hat.

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